Fotografie

Fotoparade 2020 – Bilder aus einem besonderen Jahr

Renate Kraft

Renate Kraft

Ich freue mich, dass es auch in diesem Jahr bei meinem Kollegen Michael von „Erkunde die Welt“ eine Fotoparade 2020 gibt. Und ich finde es super, dass die Teilnahmebedingungen den Besonderheiten dieses ungewöhnlichen Jahres angepasst sind. So nehme ich es zum Anlass, Euch mit einigen typischen Bildern des Jahres ein bisschen von meinem 2020 zu erzählen. Ein verrücktes, ein trauriges, ein wunderschönes 2020. Inzwischen ist Herbst geworden. Ich sitze ausnahmsweise ein Weilchen zu Hause und nehme Euch mit zurück in dieses ganz besondere Jahr.

Drei Monate Neuseeland

Die ersten drei Monate liefen für mich wie geplant. Nachdem ich meinen Job als Pressesprecherin zum Ende des Jahres 2019 an den Nagel gehängt hatte, wollte ich als Reisebloggerin durchstarten. Am Anfang meiner Planung stand eine zweite, dreimonatige Reise durch mein Lieblingsland Neuseeland. Viel Material sammeln war angesagt. Diesmal war ich ausschließlich auf der Südinsel unterwegs. Das Leben schien einfach nur traumhaft zu sein – alles rosarot. Ich war plötzlich ein freier Mensch und entsprechend euphorisch. Dafür steht das Bild des Leuchtturms am Farewell Spit, ganz im Norden der Südinsel.

Fotoparade 2020: Leuchtturm am Farewell Spit
Leuchtturm am Farewell Spit

Während meiner Rundreise im wundervollen Neuseeland vernahm ich erste leise Nachrichten vom anderen Ende der Welt. Da war ein Virus aufgetaucht, das sich zu verbreiten begann. Ich hielt das zuerst für unwichtig. Jedenfalls betraf es mich nicht weiter. Je weiter die Zeit voranschritt, desto bedrohlicher schien die Situation zu werden. Aber das war alles sehr weit weg. Erste kleine Wölkchen erschienen am Horizont, aber ich setzte meine Reise unbeirrt fort. Zu dieser Zeit war ich zum Beispiel im beeindruckenden Fjordland auf dem Weg zum Milford Sound unterwegs.

Straße zum Milford Sound
unterwegs zum Milford Sound

Während ich noch in Down Under war, verdunkelte sich der Himmel. Ein Sturm zog langsam aber sicher in der Welt auf. In Neuseeland war davon bis zum Ende meiner Reise wenig zu merken. Ich verbrachte eine unbeschwerte Zeit, zum Beispiel bei den berühmten Moeraki Boulders an der Westküste der Südinsel. Mit einem der allerletzten Flugzeuge kam ich Ende März zurück nach Deutschland. Eine verrückte Odyssee und eine Reise in eine vollkommen veränderte Welt.

Moeraki Boulders
Moeraki Boulders

Kulturschock dank Corona

Zu Hause erlebte ich einen heftigen Kulturschock. Von der totalen Reisefreiheit in den kompletten Lockdown. Ich verkroch mich in Bonn und nutzte die Zeit, um einen Businessplan für meinen Blog zu schreiben. Aber die Decke fiel mir dabei auf den Kopf. Was mir sehr half, waren zu dieser Zeit die kleinen Mikroabenteuer in der ganz nahen Natur. Ich unternahm viele kleine Ausflüge wie zum Sieglarer See. Es war ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits empfand ich es als großartiges Geschenk, im deutschen Frühling gelandet zu sein. Andererseits machten mir die Corona-Maßnahmen, insbesondere die eingeschränkte Bewegungsfreiheit, schwer zu schaffen. Es war für mich persönlich eine katastrophale Fehlentscheidung, nach Europa zurückzukommen. Aber es war nicht mehr zu ändern.

Fotoparade 2020: Sieglarer See
Sieglarer See

Erste Camper-Reise

Und dann kam DAS Ereignis in meinem 2020. Mein kleiner Camper Joe war startbereit. Ich hatte mir 2019 einen alten Mercedes Vito gekauft und ein Freund hatte ihn zu einem kleinen Wohnmobil für mich ausgebaut. Zeitgleich öffneten Ende Mai die ersten Campingplätze. Ich hatte meine Freiheit zurück. Meine erste Tour führte mich in die Dingdener Heide am Niederrhein. Dort verbrachte ich eine wundervolle Woche. Die Aussicht auf einen langen bevorstehenden Sommer ließ mich alles andere vergessen.

Fotoparade 2020: Dingdener Heide
Dingdener Heide

Zurück zur Fotografie

In der Folgezeit war ich dann ununterbrochen mit dem Camper auf Tour. Ich blieb dabei in Deutschland, aber Deutschland ist groß und wunderschön. Es war der vielleicht beste Sommer meines Lebens. Und ich fing auch wieder an, mich stärker mit der Fotografie zu beschäftigen. Abstrakte Fotografie kehrte zurück auf meine Agenda. Ein Riesenspaß. Meine Reisen für den Blog zu dokumentieren ist eine Sache. Aber wirklich fotografieren ist eine andere Sache. Die Probleme des Lockdowns schienen schon wieder ganz weit weg zu sein. Dass ich nicht wie geplant Ende 2020 wieder nach Neuseeland fliegen kann wie geplant, war zu diesem Zeitpunkt ganz weit weg.

Fotoparade 2020: abstrakte Fotografie

Natürlich war ich vor allem am Meer unterwegs, wo ich mich am wohlsten fühle. Die Gegend um Zingst an der Ostsee ist dabei meine Lieblingsregion. Und so war ich gleich mehrmals dort unterwegs. Der Weststrand ist einfach mein absoluter Lieblingsstrand. Gleich mehrere Fotoexkursionen habe ich dorthin unternommen.

Weststrand
Weststrand

Fotoausstellung „Landschaft am Meer“

Ein Highlight war auch meine Teilnahme an einer Fotoausstellung in Zingst zum Thema „Landschaft am Meer“. Zusammen mit sieben anderen lieben Fotografinnen und Fotografen habe ich mehrere Tage an der Ostsee fotografiert. Das Ergebnis ist eine Ausstellung im Max-Hünten Haus in Zingst, wo unsere Fotos jetzt bis zum kommenden März hängen. Zwei meiner Ausstellungsbilder möchte ich in der Fotoparade zeigen.

Auf Fehmarn

Zum ersten Mal war ich 2020 auf Fehmarn. Vom Campingplatz aus bin ich auf dem Ostseeradweg unterwegs gewesen und war begeistert von der Schönheit dieser Insel. Besonders haben es mir dabei die Leuchttürme angetan, die ich alle besucht habe. Aber auch sonst ist Fehmarn ein tolles Urlaubsziel. Die kleine Insel gehörte auf jeden Fall zu den schönsten Neuentdeckungen des Jahres für mich.

Fehmarn
Fehmarn

Im Spreewald

Neuendorfer See
am Neuendorfer See im Spreewald

Viel unterwegs war ich auch im Spreewald, wo ich zwei Wochen lang am Neuendorfer See gecampt habe. Was für eine tolle Gegend. Es gab so viel zu entdecken. Eine Kahnfahrt in Lübben, ein Stadtrundgang in Lübbenau oder einfach nur Radtouren durch die Natur. Zum ersten Mal war ich 2020 auch an der Mecklenburgischen Seenplatte, wo ich zum Beispiel die Inselstadt Malchow erkundet habe. Oder an der Mosel, wo mich die Gegend um Pünderich ganz besonders beeindruckt hat.

Moselschleife bei Pünderich
Moselschleife bei Pünderich

Wie gesagt, dank Joe, dem Camper war ich von Ende Mai bis Anfang Oktober fast ununterbrochen auf Tour. Es war ein grandioser Sommer, der mich vieles hat vergessen lassen. Das Auto hat es mir möglich gemacht, meine gerade gewonnene Freiheit trotz Corona so richtig zu genießen. Jetzt ist Herbst und die Zahl der Infizierten steigt rasant. Ich habe die Kamera vorübergehend aus der Hand gelegt und arbeite an meinem Blog. Es gibt viel zu tun und noch mehr zu lernen.

Inselstadt Malchow
Inselstadt Malchow

Trotzdem machen mir die sich ständig ändernden Reisebeschränkungen zu schaffen. Ich hatte eigentlich noch einiges vor in 2020. Mal sehen, was daraus wird. Aber selbst wenn vieles ins Wasser fallen sollte – das Jahr 2020 war ein großartiges Jahr. Ein ganz besonderes Jahr, das mir ganz besonders in Erinnerung bleiben wird.

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17 Comments

  1. Wow, was für ein Abenteuer! Sich zu trauen zu kündigen und dann so ein Jahr zu erleben. Crazy!
    Und die Bilder sind wirklich toll, ich mag am liebsten den „Boulder“ aber ich finde auch das Foto der Bank vom Spreewald toll – man muss manchmal gar nicht so weit fahren.

    Ich wünsche Dir alles Gute für den weiteren Durchstart als Vollzeit-Bloggerin! Ich sah Du hast einen Businessplan geschrieben? Ich bin selbst als Coach und Gutachter in einem Business Plan Wettbewerb ehrenamtlich unterwegs und kann dir den Wettbewerb nur ans Herz legen. Als Blogger vlt. keine große Aussicht auf den Hauptpreis – aber Du bekommst umsonst Hilfe, Feedback und Vorlesungen. Schau mal bei neuesunternehmertum.de vorbei.

    Viele Grüße,
    Katharina (von https://www.windelnundworktouts.de)

  2. Oh, Wow. Ich muss ja zu geben, dass ich erst einmal die Bilder in mich aufgesogen haben. Besonders angetan hatte es mir das von Moeraki Boulders. Das könnte ich mir stundenlang ansehen. Wirklich erstklassig.
    Aber auch dein Artikel ist wirklich interessant. Du hast ja wirklich viel Mut bewiesen. Ich bin ja was einen Job kündigen angeht echt eine Pfeife. Und das du trotz Corona nicht den Kopf in den Sand steckst beweist doch, wie sauber du geplant hast. Respekt. Ich wünsche dir für deinen Vollzeit Bloggerjob alles erdenklich Gute. Hier komme ich gerne vorbei.

    Liebe Grüße
    Mo

    1. Dankeschön, liebe Mo. Schön, dass die Bilder Dir gefallen. Und ich freue mich sehr, wenn Du ab und zu vorbeischaust!
      Liebe Grüße, Renate

  3. Ja, so ging es wohl den Meisten. Wir hatten alle andere Pläne. Wenn ich darüber nachdenke, werde ich ganz traurig. Das wäre das erste Jahr gewesen, in dem ich überhaupt mehr Reisepläne hatte. Mir fällt es schwer, Hoffnung für nächstes Jahr zu haben oder eben mich auf etwas zu freuen, denn eventuell geht’s wieder nicht.

    Deine Bilder sind toll, arbeite Du mal an Deinem Blog während des tristen Wetters und schwelge in Erinnerungen. Hoffentlich können wir bald neue Erinnerungen schaffen.

    Lieben Gruß, Bea.

    1. Ja, mich macht es auch traurig. Aber es hilft nichts. Ich lese zum Beispiel trotzdem über Neuseeland. Die Liebe zu diesem Land nimmt mir kein Corona der Welt weg. Bis ich wieder hinkann, gibt es vor der Haustür oder etwas weiter weg genug zu entdecken…

  4. Hallo,
    tolle Bilder sind aus dem besonderen Jahr zusammen gekommen. Besonders schön finde ich das Bild von den Moeraki Boulders. Eine richtig stimmungsvolle Aufnahme!!
    Viele Grüße
    Chris

  5. Das ist eine sehr schöne Idee für einen Beitrag gewesen! Trotz der vielen Beschränkungen bist du doch sehr viel herum gekommen und die Bilder passend zu den Texten auszuwählen, hat das Ganze noch sehr schön unterstrichen. Ich bin dieses Jahr nur für ein kurzes Wochenende in Düsseldorf bei Freundinnen gewesen, ansonsten sind wir zuhause, gehen spazieren aber ein richtiger Urlaub den wird es so schnell nicht geben.

    Viele Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

  6. Ich finde, dass du dein Jahr bis jetzt ganz wunderbar in Worten und Bildern beschrieben hast! Ja, als wir die ersten Nachrichten vom Corona-Virus vernahmen, dachten wir auch nicht im Traum daran, dass der uns je betreffen würde, aber falsch gedacht, nun leben wir schon seit Monaten mitten in der Pandemie! Trotzdem toll, dass du Dank Joe soviel erleben konntest! Ich wünsche dir noch eine schöne Zeit mit ihm und noch mehr tolle Erlebnisse! Übrigens super schöne abstrakte Fotografien!

    Liebe Grüße
    Jana

  7. Wie schön, dass die ersten 3 Monate noch unbeschwert reisen möglich war … die Bilder sind traumhaft und ich bekomme sofort Fernweh. Ich denke auch dass uns das Jahr 2020 in Erinnerung bleiben wird … allerdings als Wendepunkt. ich glaube nicht, dass wir nach Covid 19 so schnell wieder unbeschwerte Zeiten, wie wir sie kennen, erleben werden …

    lg
    Nena

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