Deutschland, Mosel

Marienburg Pünderich – ganz hoch über der Moselschleife

Renate Kraft

Renate Kraft

Spazierweg an der Marienburg
Weg an der Marienburg

Die Marienburg Pünderich thront hoch oben in den Weinbergen. Sie liegt dem sehr hübschen Weinort Pünderich gegenüber. Den Ort verbindet eine kleine Autofähre mit dem anderen Ufer. Von da aus führt ein extrem steiler Weinlehrpfad hoch zur Burg. Bequemer ist es mit dem Auto bis zu einem Parkplatz einige hundert Meter vor der Burg. Der Blick von oben ist gewaltig.

Blick auf die Mosel von der Marienburg

Marienburg gestern und heute

Marienburg von Pünderich aus
Marienburg von Pünderich aus

Die Marienburg war im 12. Jahrhundert zunächst ein Augustinerinnenkloster. 1515 wurde es aufgehoben, und in der Folgezeit wurde aus dem Kloster eine Befestigungsanlage. Die 1797 von den Franzoden zerstörte Kirche wurde in den 50er Jahren wieder aufgebaut. Leider gibt’s hier keinen schönen Bier- oder Weingarten. Die Gebäude sind heute eine Jugendbildungsstätte des Bistums Trier.

Toller Ausblick von der Marienburg

Eisenbahn-Hangviadukt an der Mosel

Aber es sind auch nicht Bier und Wein, sondern es ist der Wahnsinnsblick, der mich hochgelockt hat. Von hoch oben schaust Du über die Weinberge und über die Mosel. Du hast auch einen herrlichen Blick auf das deutschlandweit mit 786 Metern längste Eisenbahn-Hangviadukt von 1872/73. Es hat 92 Bögen und ist echt beeindruckend. Gebaut wurde es für die sogenannte Kanonenbahn, die früher zwischen Berlin und Metz fuhr.

Auf dem Prinzenkopf

Moselschleife von der Marienburg Pünderich
Blick vom Aussichtsturm auf dem Prinzenkopf

Wenn Du vom Parkplatz aus Richtung Marienburg gehst, dann kehr auf keinen Fall gleich wieder um. Denn die eigentliche Sensation kommt erst ein Stückchen weiter. Es ist der Aussichtsturm auf dem Prinzenkopf. Es gab ihn schon im 19. Jahrhundert, aber keine Sorge! Das Ding ist nicht altersschwach oder morsch. Der heutige Turm ist ein Nachfolger aus dem Jahr 2009. Er ist 27 Meter hoch und aus Stahl konstruiert – absolut stabil also.

Blick den Weinberg hinunter auf die Mosel

108 Stufen musst Du jetzt noch erklimmen. Dafür wirst Du mit so ziemlich dem geilsten Blick belohnt, den ich je gesehen habe. Von der überdachten Aussichtsplattform aus siehst Du die ganze Moselschleife. Jetzt erst wird sichtbar, dass Du Dich auf einer Halbinsel befindest. Es ist ein Wahnsinn – das Tollste, was ich an den Tagen an der Mosel gesehen habe.

Das Örtchen Pünderich

Pünderich von oben

Aber auch das Örtchen Pünderich auf der anderen Seite ist wunderschön. Früher mal war hier der Wohlstand zu Hause, und das sieht man noch heute an den prachtvollen Fachwerkhäusern. Mach hier auf jeden Fall einen Spaziergang an der gemütlichen Moselpromenade entlang. Hier startet die Fähre und Du hast einen prima Blick von unten auf die Marienburg.

Schiffsanleger in Pünderich

Übrigens gibt’s hier auch eine Reihe nette Lokale. Keine schlechte Gelegenheit, um einen Riesling aus den hiesigen Lagen Marienburg, Goldlay, Rosenberg oder Nonnenberg zu testen. Nirgends schmeckt so ein Tröpfchen ja bekanntlich so gut, wie genau da, wo es herkommt.

Fachwerkhäuser in Pünderich

Und so gestärkt machst Du dann vielleicht noch einen Rundgang im Ort selbst. Mir hat’s wirklich sehr gut gefallen. Der vielleicht hübscheste Ort, den ich hier gesehen habe. Und Pünderich ist wahrlich ruhig und gemütlich. Nicht zu vergleichen mit den Touristenhochburgen an der Mosel, wo einem der Rummel schon manchmal ein bisschen auf den Wecker gehen kann. Hier findest Du Ruhe, sogar am Wochenende. Ich war an einem Sonntagvormittag dort. Alles war easy. Das beschauliche Pünderich kann ich wirklich nur empfehlen.

Und wenn Du mal an der Mosel bist: Auch ganz toll haben mir zum Beispiel Zell oder Beilstein gefallen. Beides ist gleich um die Ecke…

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