Fotografie, Griechenland, Santorini

Fotoreise Santorini – eine Woche Freude pur

Renate Kraft

Renate Kraft

Ein „Mythos“ ist die Fotoreise Santorini mit der Münsteraner Fotokünstlerin Jutta Engelage sicher nicht. Ich habe sie Anfang Oktober gemeinsam mit sieben anderen lieben Fotografinnen und Fotografen selbst erlebt. „Mythos“ war dabei nur das leckere, frisch gezapfte Bier, das wir am Strand, am Pool oder beim immer köstlichen griechischen Essen genossen. Das und alles andere in dieser leider viel zu kurzen, wundervollen Woche war Freude pur. Ich bin Wiederholungstäterin und habe schon so einige Fotoreisen und Workshops mit Jutta „auf dem Puckel“. Ich kann’s nicht lassen, denn es ist einfach jedes Mal aufs Neue so schön, dass ich vor Freude die ganze Zeit jubeln könnte.

Erstmal ankommen

Doch von Anfang an. Auf Santorini war ich noch nie zuvor. Entsprechend groß war die Neugier, als es am 2. Oktober endlich losging. Die Fotoreise Santorini war meine erste Mittelmeerreise seit vielen vielen Jahren (abgesehen von Malta letztes Jahr, aber das war mitten im Winter), und ich hatte fast ganz vergessen, wie schön es dort und speziell in Griechenland ist. Als wir an unserem sehr hübschen Hotel in Perissa direkt am Strand ankamen, begrüßte uns Jutta bei strahlendem Sonnenschein. Bei dem Gedanken, eine ganze Woche hier bleiben zu können und nichts weiter zu tun als zu fotografieren und das Leben zu genießen, kriegte ich das Grinsen gar nicht mehr raus aus meinem Gesicht.

Ein erstes Bierchen, ein erstes Bad im Meer, einfach ankommen – dann stand eine erste fotografische Einführung in unser Thema „Form, Farbe, Licht“ auf dem Programm. Santorini ist mit diesen drei Dingen überreich gesegnet, wie wir schon bald sehen sollten. Bei den Fotos, die Jutta uns zeigte, wäre ich am liebsten sofort mit der Kamera losgelaufen. Stattdessen lernten wir uns alle erst mal in Ruhe kennen und waren zu einem leckeren und gemütlichen Abendessen eingeladen.

Am nächsten Morgen konnte die Fotoreise Santorini so richtig losgehen. Gestärkt durch ein Bad im Mittelmeer und ein für griechische Verhältnisse echt bombastisches Frühstück starteten wir in unsere erste Fototour. Jutta fuhr uns schon an diesem ersten Tag mit einem Minibus zielsicher zu den tollsten Fotomotiven der Insel. Zuerst ging es nach Emborío, einem Dorf mit vielen verwinkelten Gassen und spannender kykladischer Architektur. Bevor ich die Gegend fotografisch erkunden konnte, musste ich erstmal eine Kappe aus dem Rucksack graben, denn der herrliche Sonnenschein war nach dem eher trüben Wetter im Rheinland ziemlich gewöhnungsbedürftig. Aber schon bald wusste ich gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte. Nach einem ersten großen Schwung Fotos freute ich mich über einen leckeren Frappé im Schatten. Im Schatten auf meinem Balkon verbrachte ich dann auch die heißen Mittagsstunden mit Bildbearbeitung.

Neue und alte Inselhauptstadt

Am späten Nachmittag starteten wir aufs Neue. Diesmal ging es in die wunderschöne Inselhauptstadt Firá direkt an der Kaldera. Klar, hier ist ganz schön was los, doch Anfang Oktober war der Andrang durchaus im Rahmen. Ich streifte durch die Gassen und genoss die einmaligen Ausblicke aufs Wasser und über die Häuser mit ihren hübschen Terrassen und Swimmingpools, die auf mich besonders einladend wirkten. Was für ein herrlicher Tag. Bei Sonnenuntergang saß ich mit zwei netten Mitreisenden auf einer Terrasse hoch oben über dem Meer und vergaß fast das Fotografieren vor Begeisterung. Später trafen wir uns alle in bester Stimmung in einem der von Jutta immer so hervorragend für uns ausgesuchten Lokale und ließen es uns schmecken. So müsste das Leben immer sein! Ein gemeinsamer Absacker an unserer Pool Bar beim Hotel ließ diesen Tag (nicht nur diesen, sondern auch alle folgenden Tage) ausklingen.

Es ist Urlaub, und wir hätten am nächsten Tag schön ausschlafen können, wäre da nicht die Bildbesprechung gewesen, für die wir unsere Fotos auswählen und bearbeiten mussten. Aber diese Arbeit lohnte sich, denn die Bildbesprechungen bei Jutta sind einfach großartig. Dabei lerne ich jedes Mal wieder was dazu, bekomme viele Anregungen und habe noch dazu eine Menge Spaß. Juttas wertschätzende, aber trotzdem durchaus kritische und lehrreiche Art der Bildbesprechung macht einfach süchtig.

Später fuhren wir in die alte Inselhauptstadt Pyrgos. Vorher gab’s noch eine kleine Einweisung in die Nachtfotografie, die eigentlich nicht so wirklich mein Ding ist, weil ich selten mein Stativ herumschleppen mag. Aber diesmal nahm ich’s mit, was sich auch wirklich lohnte. Das hübsche Pyrgos ist der höchste Ort der Insel und von beinahe überall zu sehen. Fotografierend tasteten wir uns so ganz allmählich und in aller Ruhe durch die Gassen den Hügel hinauf bis zur Festung ganz oben. Hier fand ich einige schneeweiße Gebäude, die sich heute vor einem hellgrauen Himmel abhoben, denn in der Nähe von Athen hatte es ein Unwetter gegeben, und die Ausläufer waren auch auf Santorini zu spüren. Aber das war mir gerade recht, denn genau hier fand ich mein fotografisches Highlight des Tages. In der blauen Stunde hatten wir von hoch oben tolle Ausblicke und fotografierten noch bis in die Dunkelheit. Ums nach Hause kommen mussten wir uns dank Jutta ja nicht kümmern. Deshalb saßen wir gefühlt auch schon Minuten nach dem letzten Auslösen an der Pool Bar und ließen den wundervollen Tag Revue passieren.

Ein leichter Kater von zu viel Mythos und dem sehr gut trinkbaren Weißwein von Santorini musste am nächsten Morgen im Mittelmeer ertränkt werden. Bald war ich wieder fit, und zu dritt machten wir uns auf die Socken, den „Tag zur freien Verfügung“ zur Abwechslung auf eigene Faust zu nutzen. Wir nahmen den Linienbus nach Megalochori, einem wunderschönen Ort mit einem urgemütlichen Dorfplatz. Es war wieder strahlend schönes Wetter, und nach einer Fotosafari ließen wir uns dort nieder und genossen Brot, Tzaziki und Weißwein. Später machten wir noch einen Strandspaziergang in Perissa, bevor wir wohl oder über zur Bildauswahl an unsere Rechner mussten.

Der beliebteste Ort der Insel

Denn morgens stand wieder eine Bildbesprechung auf der Agenda, und alle waren gespannt, die Fotos der Anderen zu sehen und wieder eine gute Portion wertvoller Tipps von Jutta zu bekommen. An diesem Tag fuhren wir wieder alle gemeinsam in den „hohen Norden“ der Insel nach Oía. Oje, hatte ich schon erwähnt, dass die Insel Anfang Oktober schon angenehm ruhig und keineswegs überlaufen ist? Ja, aber in Oía ist alles anders. Was für ein Gedränge. Wirklich abschreckend. Der Ort scheint besonders für betuchte Asiaten ein Geheimtipp zu sein, die sich in großen Mengen durch die engen Gassen schieben. Ich möchte lieber gar nicht erst darüber nachdenken, was sich hier zur Hochsaison abspielen mag. Das Beste an diesem Ausflug war das leckere gemeinsame Mittagessen auf einer tollen Terrasse hoch über der Kaldera. Später verzichtete ich dankend auf den berühmten Sonnenuntergangsblick, denn das Gedränge war wirklich übel. Mit ein paar Anderen ging ich lieber in einen ruhigeren Teil des wunderhübschen Ortes, wo sich uns abends tolle Perspektiven und Motive boten. Ohne Jutta, die uns den Tipp gegeben hatte, wären wir wahrscheinlich zwischen den Menschenmassen stecken geblieben.

Der Süden von Sunny Santorini

Der nächste war der für meinen Geschmack mit Abstand spannendste Tag der Fotoreise Santorini. Unsere Exkursion führte uns in den Süden von Sunny Santorini, und unsere erste Station war der kleine Fischerort Vlichada. Der nette kleine Hafen bot hübsche Motive, war aber noch nicht das Highlight des Örtchens. Das war zweifellos der schöne Strand mit seiner äußerst fotogenen Bimssteinwand. Nach dem Trubel am Vortag schmeckte mir auch die wunderbare Ruhe hier sehr gut. Mittags kehrten wir in einer richtig tollen Fischtaverne direkt am Meer ein. Hier hätte ich wirklich den ganzen Tag sitzen bleiben mögen, aber es gab noch so viel zu sehen! Gleich nebenan war der Red Beach, dessen rote Felsen im Sonnenlicht intensiv leuchten. Leider wollte die Sonne nicht ganz so wie wir, aber man kann ja auch nicht immer nur Glück haben.

Das hübsche und ebenfalls sehr ruhige Dörfchen Akrotiri entschädigte uns direkt im Anschluss mit wieder ganz anderen sehr schönen Gässchen und Winkeln sowie schönen Ausblicken über das Mittelmeer. Zum Sonnenuntergang fuhren wir dann noch zum Südwestzipfel der Insel, stellten die Kamera aufs Stativ und richteten sie auf den hübschen Leuchtturm. Wie bestellt kam dann ein großes hell erleuchtetes Kreuzfahrtschiff vorbei, sodass wir alle begeistert und mit coolen Fotos im Kasten zurückfuhren ins Hotel. Prost Mythos!

Ein letztes Highlight

Der nächste war leider schon der letzte Tag dieser wunderbaren Fotoreise Santorini. Eine letzte Bildbesprechung stand auf dem Programm, bevor wir noch einmal nach Firá fuhren. Von dort aus machten wir einen wunderschönen Spaziergang an der Kaldera entlang bis nach Imerovigli etwas nördlich. Dort erwartete uns Jutta vor einer megaschönen kleinen Bar mit Blick über die ganze Bucht. Die Sonnenuntergangsstimmung dort, zusammen mit kaltem Bier und Musik von Pink Floyd war ein unvergesslicher Abschluss unserer gemeinsamen Tage.

Fazit

Als es am Morgen zum Flughafen ging, hatte ich meine nächste Fotoreise bei Jutta schon gebucht. Die Zeit war auch diesmal wieder so wunderbar, dass ich einfach was haben wollte, worauf ich mich freuen kann. Im nächsten Herbst geht es dann nach Mallorca, und ich freue mich jetzt schon darauf. Ich bedanke mich bei Jutta für eine supertolle Woche voller Freude und komplett ohne Reisestress. Und ich bedanke mich genauso bei allen „Santorinis“, mit denen gemeinsam ich diese wundervollen Tage erleben durfte, die sich ganz fest in meinem Gedächtnis verankern und von denen ich noch lange zehren werde. Danke, dass ich Euch kennen lernen durfte. Wir waren ein Superteam bei dieser Fotoreise Santorini!

Hier gibt’s alle Infos rund um Fotoreisen bei Jutta Engelage.

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19 Comments

  1. Wenn ich deinen schönen Bericht lese und die tollen Bilder sehe, kommen mir zwei Dinge in den Sinn.
    Ich möchte unbedingt mal nach Santorini und ich plane schon so lange endlich mal eine echte Fotoreise mitzumachen.

    Die Kombination klingt großartig. Gut, dass Weihnachten nicht mehr allzulange hin ist und ich immer nach Wünschen gefragt werde 🙂

    Liebe Grüße, Katja die https://auszeitgeniesser.de

    1. Dann kann ich Dir diese Reise nur wärmstens empfehlen. Sie findet auch nächstes Jahr wieder statt. Da machst Du garantiert nichts falsch.
      LG Renate

  2. Santorini ist immer schon ein Traum von mir, nach deinen schönen Bildern und Bericht habe ich nun noch mehr Lust. Das Blau und Weiß was sich auf jedem deiner Bilder widerspiegelt, macht die Fotoserie noch schöner.

    Schöne Grüße
    Elena

  3. Liebe Renate
    Wow, was für wundervolle Eindrücke. Ich war vor 2 Jahren auf Santorini im September und liebe diese Insel. Leider war es auch im September noch mega überfüllt, bei euch scheint es aber kaum Touristen zu haben:)
    Ich finde solche Fotoreisen toll. Mir hat es besonders der Rotwein auf Santorini angetan, dir aber scheinbar der weise:) Ich muss unbedingt mal die Seite von Jutta durchstöbern.
    Alles liebe Lena

  4. Ich habe noch nie eine Fotoreise gemacht. Eigentlich wird es langsam mal Zeit, eine zu buchen. Aktuell erarbeite ich mir den Manuell-Modus meiner Kamera. Dann wird es ja eigentlich auch Zeit für mehr, oder?
    Du hast auf der Fotoreise einige wirklich tolle Bilder geschossen. Und es tut sicher auch gut, mit Gleichgesinnten zu fotografieren und nicht mit nörgelnden Mitreisenden, die einem keine Zeit zum fotografieren lassen…

    1. Genau das ist es – Gleichgesinnte treffen und genug Zeit und Spaß zusammen haben. Wenn Du schon im manuellen Modus angekommen bist, dann kannst Du auf so einer Reise ganz bestimmt ne Menge dazulernen…

  5. Liebe Lena,
    ja, mir hat der Weißwein wirklich gut geschmeckt. Den Roten habe ich nur einmal kurz probiert. Mir war’s irgendwie auch zu warm für Rotwein. Und ja, Fotoreisen sind wirklich toll. Man trifft ein paar wirklich Gleichgesinnte und das macht riesig Spaß.
    LG Renate

  6. Santorin – wunderschöne Impressionen in weiß und blau, genau so stelle ich mir das vor! So eine Fotoreise stelle ich mir auch ganz toll vor. Muss ich mir gleich mal näher anschauen, was es da alles gibt. Danke für die Inspiration!
    Liebe Grüße, Cornelia

    1. Ja, das war wirklich eine tolle Woche. Auch wenn eine Woche echt kurz sein kann – die gute Laune bleibt auch danach und hält bis heute an.:-)

  7. Ich wusste gar nicht, dass man solche Reisen buchen kann! Danke für den Tipp! Die Fotos, die du auf Santorini geknipst hast, sind ja ein Traum! Vor allem, diese Detailaufnahmen, an denen andere einfach so vorbeigelaufen wären! Finde ich ganz klasse!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Danke, freut mich sehr, dass Dir die Bilder gefallen. Wenn man eine Woche Zeit und eine tolle Lehrerin hat, dann ist es einfach, besondere Motive zu finden…:-)

  8. Hallo Renate, Deine Bilder sind ja wirklich wundervoll. Ich war noch nie auf Santorini, es sieht jedoch traumhaft aus. das es Fotoreisen gibt, wusste ich gar nicht, das finde ich richtig gut. Denke da bekommt man sicher viele Tricks und Tipps zusätzlich mit und bestimmt auch schöne Ecken, die man sonst übersieht.

    LG Manja

    1. Hallo Manja, ja, Fotoreisen sind super, weil Du komplett strassfrei zu den wunderschönsten Ecken kommst. Und zusammen mit Gleichgesinnten macht es natürlich unglaublich viel Spaß… LG Renate

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