Ostsee

Streifzug durch das Ostseebad Wustrow

Renate Kraft

Renate Kraft

Kultur zwischen Kapitänshäusern.

Die mecklenburgische Ostseeküste ist mein Wohlfühlort. Unzählige Male war ich schon hier und bin auch sehr oft durch das Ostseebad Wustrow gefahren. Gehalten habe ich nie. Aber neulich hatte ich Zeit und bin endlich mal ausgestiegen und habe mich umgeschaut. Wustrow hat mich nicht enttäuscht. Außer Strand und Bodden gibt’s jede Menge wunderschöne Kapitänshäuschen und viel Kultur zu bewundern.

Hin und weg vom Ostseebad Wustrow

Hafen im Ostseebad Wustrow
Hafen von Wustrow

Das Ostseebad Wustrow liegt in meiner „Einfallschneise“ nach Zingst. Auch diesmal war ich wieder dorthin unterwegs. Aber ich bin einen Tag früher gefahren als eigentlich geplant. Die Gelegenheit habe ich endlich für einen Besuch in Wustrow genutzt. Wenn Du auf der Hauptstraße in Richtung des bekannteren Nachbarorts Ahrenshoop unterwegs bist, kannst Du gleich hinter dem Ortseingang rechts abbiegen und bist sofort am hübschen kleinen Hafen von Wustrow. Hier kannst Du gut parken. Kostet ein bisschen was, aber das ist in dieser Gegend die Regel. Für umsonst gibt’s hier nicht viel…

Räucherfisch-Stand
Der Räucherfisch im Hafen von Wustrow ist sehr beliebt.

Umsonst ist auch der Räucherfisch nicht, der hier am Hafen pünktlich um 12 Uhr frisch aus dem Ofen kommt. Aber er ist herrlich, und die Leute stehen geduldig Schlange dafür. Ansonsten geht’s eher ruhig zu an dem netten kleinen Hafen. Ein paar Schiffstouren starten hier, aber ansonsten ist nicht viel los.

Wustrow mit Dorfkirche

Kapitäne im Ostseebad Wustrow

Das war früher anders. In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts hatte Wustrow gerade mal rund 1000 Einwohner, aber über 130 große Segelschiffe, die die Weltmeere bereisten, hatten hier ihren Heimathafen. Kein Wunder, dass überdurchschnittlich viele Wustrower als Kapitäne oder Steuermänner zur See fuhren. Aus diesen guten alten Zeiten stammen die schönen und mit sehr viel Liebe zum Detail renovierten Häuschen, die der Ort überall zu bieten hat. Bis 1992 gab es in Wustrow noch eine berühmte Seefahrtsschule. Für Kapitänsnachwuchs war also immer gesorgt.

hübsches Haus in Wustrow

Ganz in der Nähe des Hafens steht auf einem kleinen Hügel die Dorfkirche. Sie war geschlossen, als ich da war. Vielleicht weil Sonntag war, keine Ahnung. Aber normalerweise kann man auf den Kirchturm hochklettern. Die Aussicht auf den Bodden auf der einen und die Ostsee auf der anderen Seite ist bestimmt nicht zu verachten. Ich nutze solche Gelegenheiten gerne, um mir einen ersten Überblick zu verschaffen. Diesmal leider vergebens.

Kunst im Ostseebad Wustrow

Kunstscheune von außen
Kunstscheune im Ortsteil Barnstorf

Aber Plan B ließ mich das schnell vergessen. Ein kleines Sträßchen führt vom Hafen am Bodden entlang in den Ortsteil Barnstorf. Etwa ein Viertelstündchen dauert der schöne Spaziergang. In Barnstorf findest Du einige wirklich sehr sehenswerte alte Höfe, einer schöner als der andere. Alle stehen unter Denkmalschutz und in einigen gibt es Ferienwohnungen. Und in Barnstorf steht die Kunstscheune. Für gerade mal einen Euro Eintritt kannst Du interessante Kunstausstellungen in außergewöhnlichem Ambiente sehen. Meistens werden hier Künstler aus dem norddeutschen Raum gezeigt. Als ich da war, gab es gerade unter anderem Bilder des in diesem Jahr verstorbenen Brandenburger Malers Ronald Paris zu sehen. Seine farbenfrohen maritimen Landschaften haben mir gut gefallen.

Kunstscheune von innen

Aber damit noch nicht genug Kultur. Zurück im Ortskern von Wustrow führte mein Weg mich ins Fischlandhaus. Hier ist das 250 Jahre alte Hochdielenhaus an sich schon eine echte Sehenswürdigkeit. Und drinnen gibt es auch hier wieder regelmäßig interessante Ausstellungen. Eintritt musst Du hier gar keinen zahlen. Es gibt also doch noch ein bisschen was umsonst an der mecklenburgischen Ostseeküste. Ein Besuch im Fischlandhaus lohnt sich auf jeden Fall.

Fischlandhaus
Fischlandhaus

Und dann noch schnell zum Strand!

Und wenn Du noch Lust auf Strand hast, nachdem Du Dir die Hacken in Wustrows hübschen Sträßchen abgelatscht hast, dann musst Du nochmal etwa einen Kilometer zurücklegen, bis Du zur Seebrücke an der Ostsee gelangst. Der Strand von Wustrow ist für meinen Geschmack nicht unbedingt der allerschönste in dieser herrlichen Gegend. Aber Ostseeluft schnuppern tut einfach immer gut und war für mich der krönende Abschluss meines kleinen Ausflugs ins Ostseebad Wustrow. Mach’s nicht wie ich und fahr immer nur durch. Wustrow ist einen Aufenthalt unbedingt wert.

Wenn Du in dieser Gegend unterwegs bist, dann solltest Du auf jeden Fall einen Ausflug zum Weststrand einplanen. Ein absoluter Traum!

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6 Comments

  1. Liebe Renate,

    wir wollten dieses Jahr eigentlich mal Urlaub an der mecklenburgischen Ostseeküste machen. Allerdings ging das wegen dem Hund nicht, weil das was noch frei war nur ohne Hund möglich gewesen wäre. Er sollte aber zum ersten Mal mit den Urlaub.
    Das Ostseebad Wustrow stand auch auf unserem Plan, nach deinem Artikel bin ich mir sicher, dass ich es da super finden würde.
    Jetzt haben wir den Plan für nächstes Jahr gefasst, dann aber ohne Hund.

    Liebe Grüße
    Mo

    1. Wie schade, dabei gibt es dort überall tolle Hundestrände. Aber die Gegend ist auf jeden Fall megaschön. Ich wünsch Euch ganz viel Spaß!

  2. Liebe Renate,

    dein Beitrag und auch deine Bilder zeigen ganz deutlich, Wetter wird immer überbewertet.
    Auch an einem grauen Tag, kann es wirklich toll sein.

    Die Gegend mag ich und sie wird, finde ich noch immer unterschätzt. Und die Ostsee hat echt wunderschöne Ecken.

    Viele Grüße, Katja

    1. Da hast Du recht. Gerade zum Fotografieren kann schlechtes Wetter richtig toll sein. Ich weiß nicht recht, ob die Ostsee noch unterschätzt wird. In den letzten Jahren ist es dort deutlich voller geworden. Vor allem im Sommer, aber auch jetzt noch.

  3. Ich war zwar schon das ein oder andere Mal an der Ostsee, aber Wustrow kannte ich bisher noch nicht! Sieht nach einem typischen kleinen Ostseestädtchen aus mit den Schilfdächern und dem Räucherfisch! Den hätte ich übrigens auch gern probiert!

    Liebe Grüße
    Jana

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