Deutschland

Rees am Niederrhein – historische Rheinpromenade und ganz viel Kunst

Renate Kraft

Renate Kraft

Eigentlich wollte ich mir ja von der Dingdener Heide aus den Park von Schloss Anholt anschauen und gar nicht nach Rees am Niederrhein fahren. Aber der Park hatte wegen Umbauarbeiten geschlossen. Trotzdem hat sich der Abstecher zur niederländischen Grenze gelohnt. Das Schloss ist wunderschön. Anholt ist ein hübscher Stadtteil von Isselburg, in dem früher diverse Fürsten ansässig waren. Von den Überresten adliger Ansiedlungen ist das Wasserschloss Anholt am eindrucksvollsten.

Sehenswert rund um Schloss Anholt

Schloss Anholt

Die Ursprünge der Burg liegen schon im 12. Jahrhundert, aber das Meiste, was man heute bewundern kann, stammt von Umbauten im 17. Und 18. Jahrhundert. Sehr gerne hätte ich mir den im 19. Jahrhundert zu einem Landschaftsgarten im englischen Stil umgebauten Park angesehen, aber was nicht ist, kann beim nächsten Besuch werden. Eine Besichtigung des Schlosses von innen war wegen Corona nicht möglich, hätte mich aber auch gar nicht interessiert. Viel zu strahlend schön war das Wetter. Übrigens gibt’s im Schloss auch ein schickes Hotel mit einer toll direkt am Wasser gelegenen Terrasse. Die Speisekarte war ziemlich einladend, die Preise eher weniger.

Hotelterrasse Schloss Anholt

Zum Schloss gehört auch ein Biotopwildpark, den ich mir beim nächsten Mal vielleicht anschaue. Er ist Teil der so genannten Anholter Schweiz. Hier legte sich 1893 Fürst Leopold zu Salm-Salm (was für ein Name!) ein kleines Paradies an, das ihn an seine Hochzeitsreise zum Vierwaldstätter See erinnern sollte. Er ließ ein „Schweizer Haus“ bauen, für das Gestein und Holz extra aus der Schweiz angekarrt wurden. Heute ist hier ein Restaurant.

Schloss Anholt

Auf nach Rees am Niederrhein!

Kunst in Rees

Weil ich mir das alles nun nicht wie geplant anschauen konnte, fuhr ich also die paar Kilometer nach Rees. Die Fahrt in das kleine hübsche Städtchen hat sich wirklich gelohnt, denn hier gibt es die hübscheste Rheinpromenade, die ich bisher gesehen habe. Und als Rheinländerin habe ich schon so einige gesehen. Hier geht’s auf einem wunderschönen Weg immer an der historischen Stadtbefestigung entlang. Diverse hübsche Türme und Cafés und Biergärten versüßen den Spaziergang.

Kunst in Rees

Besonders gut hat mir gefallen, dass es hier überall Skulpturen und Plastiken zu sehen gibt, sogar ausgesprochen hübsche zum größten Teil. Direkt am Wasser zum Beispiel die Bronzeplastik „Zwiegespräch“ von Jürgen Ebert. Oder den ziemlich bekannten „Rhinkieker“, der von der Innenstadt aus grinsend um die Ecke auf den Fluss schaut.

Kunst in Rees
Rhinkieker

Sehenswert fand ich auch den 2003 eröffneten kleinen Skulpturenpark. Er wurde in einem gemeinsamen Projekt mit der niederländischen Gemeinde Sint Anthonis angelegt. Seitdem werden hier für jeweils drei Jahre Skulpturen von deutschen und niederländischen Künstlern gezeigt. Ein idealer Ort für ein entspanntes Päuschen während des Stadtrundgangs.

Die Bären von Rees

Bär in Rees

Etwas Besonderes in Rees ist der Bär. Das ist kein Tier, sondern ein von Niederländern ab 1616 erbauter Verbindungsdamm zwischen der Stadtmauer und einer vorgelagerten Außenbastion. Hier gab’s früher eine Schleuse, um den Wasserstand zu regulieren. Der von innen mit Lehm gefüllte Bär war ein Schutz vor Hochwasser und Eis.

Kunst in Rees

Aber ich kann Euch noch einen weiteren Reeser Bären aufbinden: Während Rees von den Spaniern besetzt war, schoben nachts spanische Soldaten an der Stadtmauer Wache. Deren Hauptmann wollte ihre Furchtlosigkeit testen, hüllte sich in ein Bärenfell und stellte sich nachts auf die Festungsmauer. Die meisten Soldaten liefen in Panik weg, aber einer bewies Mut und erschoss den vermeintlichen Bären. An diesen Vorfall im Jahr 1598 erinnert eine Bronzeplastik des verhüllten Hauptmanns und diesen Abschnitt der Stadtmauer nennt man „Am Bär“.

Rheinpromenade

Rees am Niederrhein ist auf alle Fälle ein tolles Ausflugsziel für einen entspannten Nachmittag am Rhein. Mir haben dort zum Beispiel auch der hübsche kleine Stadtgarten und ein Froschteich mit der Skulptur eines Badenden im Rettungsring gut gefallen. Ein richtig hübsches kleines Städtchen. Ich werde mal wieder hinfahren. Schließlich muss ich mir ja auch noch den Anholter Schlosspark anschauen…

Skulpturenpark
Rees am Niederrhein
Kunst in Rees
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9 Comments

  1. Was ich besonders interessant finde sind die roten Backsteine, die ich dort nicht verortet hätte.
    Die Skulpturen sind wirklich sehr hübsch und sorgen immer wieder für Abwechslung und schöne Fotomotive.
    Eine schöne Ecke um einfach mal ein bisschen Auszeit vom Alltag zu genießen.

    Danke für die Tipps
    Viele Grüße, Katja

  2. Da bin ich im Rheinland aufgewachsen und habe trotzdem noch nie etwas von Rees gehört… Aber jetzt weiß ich, dass es dort ein schönes Schloss gibt und deine Bilder haben große Lust gemacht, dort einmal einen Ausflug hin zu unternehmen. Nicht nur wegen dem Schloss, auch die Rheinpromenade sieht aus, als könnte man dort entspannt entlang spazieren gehen – also ein großer Vorteil gegenüber den Promenaden in Düsseldorf oder Köln…
    Liebe Grüße!

  3. Wow, das sieht ja idyllisch aus. Danke für den Tipp, von Rees habe ich noch nie gehört aber da lohnt sich ein Besuch ja wirklich. Am Rhein entlang spazieren, ein tolles Schloss und schöne Skulpturen entdecken. Ich glaube da wird es einem garantiert nicht langweilig. Danke für die schöne Inspiration!

    Liebe Grüße, Diana

  4. Oh mein Gott, wie schön ist es denn am Niederrhein 🙂 Das sind ja tolle Fotos, da bekommt man sofort Reiselust! Von Rees habe ich auch noch nie etwas gehört, das ist wirklich einen Ausflug wert!
    Danke für die vielen schönen Eindrücke, die Du uns hier vermittelst!
    LG Antje

  5. oh, das sieht ja süß aus in Rees. Habe gerade mal geschaut, leider ne Stunde weg von Viersen, wo meine Mama wohnt. Das Schloss und der Skulpturenpark sind auf jeden Fall besonders.

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