Mecklenburgische Seenplatte

Die Ivenacker Eichen

Renate Kraft

Renate Kraft

Unter 1000-jährigen Baumriesen wandeln.

Die Ivenacker Eichen sind tatsächlich rund 1000 Jahre alt und damit die ältesten Eichen Deutschlands. In der Nähe von Stavenhagen findest Du sie am Rande des hübschen Dörfchens Ivenack mit seinem etwas verfallenen Schloss am Ivenacker See. Der Park mit seinem tollen Baumkronenpfad und den eindrucksvollen Baumriesen lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

der Weg zu den Ivenacker Eichen

Noch nicht genug der Superlative. Denn hier findest Du nicht nur die ältesten deutschen Eichen. Die gewaltigste unter ihnen hat ein Volumen von 140 Kubikmetern und ist die Eiche mit dem größten Volumen in ganz Europa. Die Baumriesen sind nicht, wie man denken könnte, die Reste eines Urwalds aus längst vergangenen Tagen. Vielmehr wurden sie von Anfang an landwirtschaftlich genutzt. Es handelte sich um einen so genannten Hutewald. Hier wurden Schweine gezüchtet. Die Eicheln der Bäume dienten zur Mast der Tiere.

Sagenhafte Ivenacker Eichen

1000-jährige Eiche

Trotz dieses eher nüchternen Hintergrunds ranken sich natürlich Sagen und Geschichten um diese ganz besonderen Bäume. Eine davon besagt, dass die sieben mächtigsten Eichen im Park in Wahrheit verwunschene Nonnen sind. Das soll vor vielen hunderten von Jahren eine Bestrafung für eine große Sünde gewesen sein. Eine Nonne wird dann erlöst, wenn der jeweilige Baum stirbt. Das dauert, denn Eichen können eben 1000 Jahre und älter werden.

Baumriese

Der Baumkronenpfad

Um diese sagenhaften Baumriesen bestaunen zu können, musst Du stolze neun Euro berappen. Doch es lohnt sich, denn es gibt im Eichenwald seit 2017 auch einen richtig tollen Baumkronenpfad. Der ist 620 Meter lang und hat eine Aussichtsplattform in 40 Meter Höhe. Unterwegs hast Du nicht nur schöne Ausblicke und ungewohnte Perspektiven auf die Bäume. Du lernst dank informativer Tafeln auch so allerhand über die Bäume. Normalerweise ist hier dank eines Aufzugs normalerweise auch barrierefrei. Der Aufzug war allerdings coronabedingt außer Betrieb, als ich da war. Der Blick von ganz oben ist toll, denn Du schaust über den ganzen Ivenacker See mit dem Schloss.

Die Eichen und das Licht

Mir war zum Beispiel neu, dass Eichen wie Birken oder Kiefern zu den Lichtbaumarten gehören. Das heißt, dass sie für ihr Wachstum besonders viel Licht benötigen. Oft sind sie nach 15 bis 20 Jahren bereits ausgewachsen. Wenn sie in einem dichten Wald stehen, wo Licht Mangelware ist, dann hören sie einfach auf zu wachsen. Und wenn es zu wenig Licht gibt, dann können sie auch eingehen.

Aussicht auf den Ivenacker See

Eicheln tragen übrigens nur ältere Bäume etwa ab 60 Jahren. Das mussten die Bauern für die Schweinemast natürlich berücksichtigen und darauf achten, dass die Eichen genügend Licht hatten, um dieses Alter überhaupt zu erreichen. Alle zwei bis sieben Jahre gibt es dann ein so genanntes Mastjahr. Dann hängt eine Eiche so richtig voller Früchte.

Blick vom Aussichtsturm

Die Ivenacker Eichen sind ein Nationales Naturmonument. Trotzdem haben sie ihre Altershöchstgrenze von 1000 Jahren so allmählich erreicht und werden unweigerlich in näherer Zukunft absterben. Deshalb haben die Parkbetreiber so genannte Anwärter im Eichenwald markiert. Deren Holz darf nicht genutzt werden. Es sind die nächstältesten Bäume im Park und werden die Nachfolge der aktuell größten und ältesten Eichen antreten.

Barockpavillon

Besonders zur Freude der Kinder gibt es im Park auch einige Tiere. Du findest frei herumtollende Ponys und eine Menge Rot- und Damwild. Die Attraktion sind aber die Schweine. Denn es handelt sich um Turopolje-Schweine, eine vom Aussterben bedrohte alte Haustierrasse, die sich besonders gut mit Eicheln mästen lässt. Tja, Schweine haben ihren eigenen Kopf. Deshalb habe ich sie während meines Besuchs leider nur von Weitem und von hinten gesehen.

Von Nahem habe ich aber schon so viele andere tolle Ausflugsziele in dieser Ecke Deutschlands gesehen. Die Mecklenburgische Seenplatte ist so viele Reisen wert…

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