Spanien

Puerto del Rosario – die Hauptstadt von Fuerteventura

Renate Kraft

Renate Kraft

Wenig Schönheit – viel Kultur.

Puerto del Rosario ist die Inselhauptstadt von Fuerteventura. Eine Schönheit ist die Stadt im Nordosten der kanarischen Insel sicherlich nicht. Dennoch lohnt ein Abstecher hierher auf jeden Fall, denn in Puerto del Rosario gibt es eine Menge Kultur zu entdecken. Mehr als anderswo auf Fuerteventura.

Hin und weg von Puerto del Rosario Fuerteventura

Puerto del Rosario Fuerteventura

Wer auf Fuerteventura per Flugzeug ankommt, der landet ganz automatisch nahe der Hauptstadt Puerto del Rosario. Denn der Flughafen liegt gerade mal fünf Kilometer südlich. Meistens fährt man jedoch bei der Ankunft achtlos vorbei, weil die Strände und die Naturschönheiten der Insel locken. Aber ein Besuch der Stadt ist interessant. Sicher, es gibt schönere Städte. Ich war zum Beispiel vor ein paar Jahren auf der Nachbarinsel Lanzarote und bin dort in die Hauptstadt Arrecife gefahren. Ich fand’s wunderschön – damit kannst Du Puerto del Rosario nicht vergleichen. Sei also nicht enttäuscht.

am Hafen

Auch ohne Auto ist Puerto del Rosario einfach zu erreichen. Aus dem Süden der Insel kannst Du bequem die preiswerte und schnelle Buslinie 1 nehmen. Sie führt auf der FV-20 über Antigua in die Hauptstadt. Endstation ist der große Busbahnhof, von dem Du gut in alle Richtungen weiterfahren kannst. Aber es ist besser, eine Station vorher im Zentrum auszusteigen, damit Du Dir nicht gleich zu Anfang Deiner Städtetour die Füße wundläufst. Von Norden kommend enden die Busse allerdings hier. Dann musst Du ein Stück laufen bis in die Innenstadt.

Ankunft in der Hauptstadt – Abwechslung von Strand und Natur

Nicht einmal 40.000 Einwohner hat Puerto del Rosario. Trotzdem ist die Inselhauptstadt die größte Stadt der Insel. Und sie wirkt auch eine ganze Portion städtischer, als es ihre Einwohnerzahl vermuten lässt. Wenn Du Dich nach viel Natur und Strand nach ein bisschen städtischem Treiben sehnst, dann bist Du in Puerto del Rosario goldrichtig.

Blick über Puerto del Rosario vom Wasser aus

Wenn Du aus dem Bus aussteigst, gehst Du am besten einfach ein Stück bergab Richtung Meer. Ganz automatisch landest Du dann mitten im Zentrum. Nimm Dir ein bisschen Zeit am Platz vor der Iglesia Nuestra Señora del Rosario.Setz Dich auf eine der Bänke und genieße einfach, was so um Dich herum los ist. Wie so ziemlich alles in Puerto del Rosario ist auch die Kirche jüngeren Datums. Sie wurde etwa 1930 gebaut und war tatsächlich die erste Kirche hier überhaupt.

Iglesia Nuestra Señora del Rosario
Iglesia Nuestra Señora del Rosario

Der Hafen der Ziegen

Das liegt daran, dass Puerto del Rosario eigentlich erst vor etwa 200 Jahren anfing, zu einer Stadt heranzuwachsen. Einen Hafen gibt es an dieser Stelle zwar schon sehr lange. Er war aber lediglich ein Ort, an dem Schiffe Ziegen an Bord nahmen, die als Proviant für die Besatzungen dienten. Entsprechend hieß die Stadt auch sehr lange schlicht Puerto de Cabras, also Hafen der Ziegen. Für eine Inselhauptstadt ist das nicht der richtige Name – also wurde die Stadt einfach umbenannt.

Skulptur am Hafen

Bis heute gibt es noch diverse Ziegen im Stadtbild. Allerdings sind die nicht aus Fleisch und Blut, sondern es sind Skulpturen, die an alte Zeiten erinnern. Und damit wären wir bei dem, was einen Besuch der Hauptstadt vor allem lohnenswert macht. Überall gibt es nämlich jede Menge Straßenkunst zu bewundern. Es reicht von den Skulpturen berühmter internationaler Bildhauer bis hin zu originellen Graffiti unbekannter Künstler. Wer hier mit offenen Augen durch die Gegend läuft, kann wirklich tolle Sachen entdecken.

Skulpturen in Puerto del Rosario

Zum Beispiel am schon erwähnten Platz an der Kirche. Hier sitzt der 2010 verstorbene einheimische Dichter und Maler Suso Machin auf einer Bank und füttert die Tauben. Die Skulptur des Bildhauers Silverio López sieht aus, als würde der Dargestellte gleich aufstehen wollen, um seinen Spaziergang durch die Stadt fortzusetzen. Selten habe ich so viele schöne und lebensechte Skulpturen gesehen wie hier auf Fuerteventura. Und hier noch einmal ganz besonders in Puerto del Rosario. Ich möchte jetzt keinen Beitrag über Skulpturen schreiben, aber in der Tourist Info am Rathaus schräg gegenüber der Kirche gibt es jede Menge Infos dazu.

Skulptur von Suso Machin
Skulptur von Suso Machin

Eine Gruppe Skupturen möchte ich aber noch kurz erwähnen – das sind die riesigen Muscheln und Meeresschnecken von Bordes Caballero. Sie stehen direkt an der Hafenmole und sind wirklich ein besonderer Anblick. Überhaupt ist ein Spaziergang am Hafen von Puerto del Rosario schön. Hier landen übrigens auch alle Kreuzfahrtschiffe, die nach Fuerteventura kommen. Nach einem kurzen Fußweg auf der Uferstraße kommst Du zur Playa Chica, dem winzig kleinen Stadtstrand von Puerto del Rosario. Auch wenn der Strand klein ist und die Flugzeuge darüber hinwegdonnern – die Einwohner der Hauptstadt mögen ihren Strand. Entsprechend geht’s recht lebhaft zu, und entlang der Uferstraße gibt es einige nette kleine Cafés.

Playa Chica
Playa Chica

Lust auf Museum?

Wie gesagt – in Puerto del Rosario gibt’s Kultur. Und wenn es mal regnet, kann man hier auch ins Museum gehen. Da gibt’s zum einen die Casa Museo Unamuno, das sich mit Leben und Werk des baskischen Schriftstellers Miguel de Unamuno beschäftigt. Der wurde 1924 hierher verbannt, nachdem er das spanische Militärregime kritisiert hatte. Sein bekanntester Roman „Nebel“ ist übrigens auch ins Deutsche übersetzt.

Straßenkunst in Puerto del Rosario

Oder es gibt das Centro de Arte Juan Ismael, benannt nach dem surrealistischen Maler Juan Ismael González, der weit über seine Heimat Fuerteventura hinaus bekannt geworden ist. Er ist allerdings nur der Namensgeber, denn gezeigt werden Wechselausstellungen mehr oder weniger bekannter Künstler aus Nah und Fern. Spektakulär sind weniger die Ausstellungen, sondern eher das Gebäude direkt am Meer mit tollen lichtdurchfluteten Ausstellungsräumen um einen schönen Innenhof. Das Kunstzentrum liegt etwas außerhalb – von der Playa Chica aus gesehen am Hafen entlang und dann noch ein Stückchen weiter.

 Centro de Arte Juan Ismael
Centro de Arte Juan Ismael

Für mich war der Ausflug nach Puerto del Rosario eine schöne Abwechslung. Wenn Du Dich drauf einlässt, kannst Du richtig viel Tolles entdecken. Aber erwarte nicht zu viel von der Inselhauptstadt. Sie gehört nicht wirklich zu den Orten, die man auf Fuerteventura unbedingt gesehen haben muss. Trotzdem kann ein Besuch hier sehr interessant sein, vor allem wenn Du Straßenkunst aller Art zu schätzen weißt. Wenn es Dich mehr an den Badestrand zieht, kann ich Dir Morro Jable empfehlen. Spektakuläre Natur findest Du zum Beispiel in Cofete im Westen von Fuerteventura.

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8 Comments

  1. Liebe Renate,

    spannend, dass Dir die Stadt gefallen hat. Ich persönlich war nicht überzeugt und bin dort lieber schnell wieder verschwunden.
    Liegt aber sicher auch daran, dass es mich grundsätzlich eher in die Natur zieht und davon hat die Insel ja einiges zu bieten.
    Und das in unterschiedlichsten Varianten.

    Trotzdem ist Dein Einblick interessant.
    Viele Grüße, Katja

    1. Interessant fand ich sie – schön weniger. Ja, die Natur ist spektakulär auf Fuerteventura. Aber der kleine Städtetrip war für mich eine schöne Abwechslung.

  2. Die Bilder sehen ja schön aus! Auf Fuerte Ventura war ich leider noch nie, aber jetzt habe ich noch viel mehr Lust bekommen, da mal hinzureisen.

  3. Schaut nach einem kleinen Städtchen aus! Auf dem zweiten Bild sogar ganz hübsch! Erinnert mich da ein bisschen an eine Stadt in Italien, in der ich einmal war! Mit den schönen bunten Häuschen! Ich selbst war noch nicht auf dieser Insel, aber reizen würde es mich auf jeden Fall!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Fuerteventura insgesamt ist auf jeden Fall wunderbar. Die Insel hat meine Erwartungen ganz weit übertroffen. Wenn auch vor allem wegen Natur und Stränden…

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