Spanien

Geheimnisvolles Cofete auf Fuerteventura

Renate Kraft

Renate Kraft

Traumstrand zu Füßen der mysteriösen Villa Winter.

Ein Ausflug nach Cofete im Westen der Halbinsel Jandía gehört zum Pflichtprogramm eines Urlaubs auf Fuerteventura. Der Anblick eines der schönsten Strände der Welt ist einfach überwältigend. Und ein Besuch der geheimnisumwitterten Villa Winter ist spannend wie ein richtig guter Thriller.

Hin und weg von Cofete Fuerteventura

Der Weg nach Cofete ist für die meisten Fuerteventura-Urlauber nicht sonderlich weit. Viele Touristenorte mit ihren wunderschönen Badestränden befinden sich im Süden der Insel. Einer davon ist Morro Jable auf der Halbinsel Jandía. Wie alle Badeorte liegt Morro Jable allerdings an der Ostküste. Der Weg von hier nach Cofete ist eigentlich kurz. Jedoch führt nur eine verwegene Schotterpiste durch die Berge von Ost nach West. Fahr bloß nicht mit dem Mietwagen, denn das ist nicht erlaubt. Dein Versicherungsschutz geht dabei flöten, und es ist auch wirklich gefährlich. Um hinzukommen, mietest Du am besten einen Jeep oder buchst eine Tour. Es soll auch einen Bus geben, der aber extrem selten fährt. Keine so gute Idee.

Blick auf Gran Canaria
Blick auf Gran Canaria

Die Fahrt nach Cofete ist nichts für schwache Nerven. Die Serpentinenpiste hat es echt in sich. Und es hat hier auch tatsächlich schon viele böse Unfälle gegeben. Von Morro Jable aus geht es oberhalb des Hafens auf die Schotterpiste. Ich hatte das recht seltene Glück, wirklich gute Sicht zu haben. Das 140 Kilometer entfernte Gran Canaria war zum Anfassen nahe. Von da an ging’s nur noch bergauf, rechts rum, links rum und bergab. Ich war froh, einen wirklich guten Fahrer für den Ausflug erwischt zu haben.

Erster Blick auf die Playa de Cofete

Playa de Cofete

Aber bald wirst Du für die Fahrt über Stock und Stein fürstlich belohnt. Wenn zum ersten Mal die Westküste in Sicht kommt, gibt es einen wirklich spektakulären Aussichtspunkt. Jetzt liegt Dir die Playa de Cofete zu Füßen. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass sie einer der schönsten Strände der Welt ist. Von so weit oben sieht das alles wunderschön und paradiesisch aus.

Baden ist gefährlich!

gefährliche Brandung

Doch Vorsicht! Wie fast überall an Fuerteventuras Westküste ist Baden hier wirklich keine gute Idee. Es gibt nicht nur eine sehr beeindruckende und respekteinflößende Brandung. Dazu kommen auch sehr gefährliche Unterströmungen. Die Playa de Cofete hat schon so einige durchaus geübte Schwimmer das Leben gekostet. Aber Du kannst den Strand bei einem kilometerlangen herrlichen Spaziergang genießen. Oder einfach bei einem Sonnenbad. Auch so kann man die Brandung genießen. Das ist deutlich gesünder.

Playa de Cofete

Das Dorf Cofete

Platz genug ist eigentlich immer, denn weit und breit gibt es hier nur das Dörfchen Cofete, in dem heute nur noch einige Ziegenhirten leben. Früher mal war die Gegend hier fruchtbar, es gab Wälder und Frischwasserquellen. Aber Abholzungen und intensive Landwirtschaft führten um 1900 für die Austrocknung der ganzen Gegend. Viele Bewohner wanderten damals nach Teneriffa oder Gran Canaria aus. Außer einem einzigen kleinen Lokal gibt’s fast nichts in Cofete.

das Dorf Cofete

Geheimnisvolle Villa Winter

Nicht in Cofete, aber oberhalb des Strandes. Da nämlich steht einsam und alleine die geheimnisumwitterte Villa Winter. Fest steht eigentlich nur, dass der deutsche Ingenieur Gustav Winter sie in den 30er Jahren erbauen ließ. Nach dem Krieg produzierte er in dem von ihm gepachteten Tal Ziegenkäse und exportierte ihn nach Gran Canaria. Er starb 1971 auf Gran Canaria. Was aber vor und während des Krieges in der Villa los war, ist bis heute unklar. Viele Gerüchte ranken sich um die Villa im spanischen Gutshof-Stil.

Villa Winter

War Gustav Winter ein enger Vertrauter von Adolf Hitler? Wurden vielleicht sogar bekannte Nazis von hier aus heimlich Richtung Südamerika geschleust? Gerüchte gibt es auch über eine geheimnisvolle U-Boot Station zu Füßen der Villa. All das sind bis heute Gerüchte geblieben. Bewiesen ist nichts davon. An den Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen. Es ist auf jeden Fall spannender als jeder Thriller, sich mit der Geschichte der Villa auseinanderzusetzen. Aber es liegt natürlich auch nahe, dass die Gerüchte gerne befeuert werden, um Touristen anzulocken.

Villa Winter - Innenhof

Dabei ist diese Ecke von Fuerteventura sowieso eine der landschaftlich schönsten der Insel und wäre auch ganz ohne die Villa Winter einen Besuch wert. Wie auch immer: Gegen einen kleinen Obulus kannst Du Dir das geheimnisvolle Gebäude auch von innen anschauen. Es gibt ein kleines Museum, das aber nur wenig über die dunkle Vergangenheit verrät. Großartig ist allerdings der Blick von der großzügigen Terrasse hinunter auf den Strand.

Blick von der Terrasse der Villa Winter

Mich hat das geheimnisvolle Cofete vor allem wegen des großartigen Strandes begeistert. Die Villa Winter mag ein spannender Anziehungspunkt sein. Ihre Geschichte aber wird wohl noch lange im Dunkeln bleiben und vielleicht niemals wirklich geklärt werden können.

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12 Comments

  1. Hach, da werden wunderschöne Erinnerungen wach.
    Es war ein Surf-Trip in den Norden, den ich anschließend auf den Süden und Westen ausgedehnt habe.
    Dann zwar nicht mehr mit dem Board sondern mehr in Sachen Faszination Sonne, Meer und Sand.

    Die Natur im wilden Westen ist wirklich extrem schön und vor allem etwas besonderes.

    Liebe Grüße, Katja

  2. Es ist schon traurig, was der Mensch zerstört. Noch im 14. Jahrhundert nannte man sie Insel die Glückselige. Daher der Name. Sie soll früher reich bewaldet gewesen sein. Heute ist mir Fuerteventura persönlich zu karg. Für Surfer und Kiter allerdings ist sie ein beliebtes Reiseziel. Vielleicht forsten sie die Insel ja eines Tages wieder auf. Aber das werde ich wohl nicht mehr erleben. Spannende Geschichte mit der Villa Winter, es gibt ja so viele die darüber spekuliert haben. Die Wahrheit werden wir wohl nie erfahren.

    1. Ich bin nicht so der Spanischcrack, aber der Name kommt eher vom starken Wind, der dort damals wie heute bläst. Für mich hat die karge Landschaft was mystisch Reizvolles. Ich liebe die Insel. Aufforsten wird aus klimatischen Gründen nicht funktionieren.

  3. Das sieht echt alles ganz toll aus. Ich war noch nie auf Fuerteventura, aber dieses Ziel werde ich mir merken! Die Villa ist echt klasse, die würde ich gerne sehen und mehr erfahren. Egal, was sie darüber glauben, zu wissen, ich überlege dann immer, wie es wohl war, da gelebt zu haben, wie es wäre selbst dort zu leben… hab da genug Fantasie für! Danke für die Vorstellung!

    Liebe Grüße, Bea

    1. Klar, ich hab mich auch noch länger damit beschäftigt. Megaspannend, was man da so alles zu lesen bekommt. Bewiesen ist halt nichts, weshalb ich nicht zu viel drüber schreiben wollte…

  4. Liebe Renate,
    Es war mir gar nicht bekannt, dass man im Süden von Fuerteventura nicht baden kann, weil die Strömung so gefährlich ist. Hätte ich jetzt irgendwie nicht erwartet. Der Strand sieht echt herrlich aus und auch ganz so, als sei nicht so viel los (was bei der beschwerlichen Anreise ja auch nicht so verwunderlich ist). Klingt nach einem großen Abenteuer mit einer herrlichen Aussicht. Ich denke, ich würde den Jeep wählen, aber das ist dann sicher auch eine Kostenfrage. Der Blick auf Gran Canaria gefällt mir auch sehr gut, sieht echt sehr nah aus!
    Liebe Grüße von Miriam von Nordkap nach Südkap

    1. Es ist der Westen, wo man nicht baden sollte. Cofete liegt im Südwesten, und mit ein paar Ausnahmen gilt das eigentlich für die ganze Westküste. Es gibt immer Leute, die trotzdem baden. Aber mir wäre es zu gefährlich, vor allem weil die tollen Badestrände an der Ostküste ja nicht weit weg sind… Einen Jeep für einen Tag zu mieten, lohnt kaum. Da ist eine Tour günstiger, zumal die Mietwagenpreise gerade extrem hoch sind. Aber man kann natürlich auch noch mehr Touren mit dem Jeep machen. Irgendwann rechnet es sich dann.:-)

  5. Ich glaube bei dieser Brandung würde ich auch lieber aufs Schwimmen verzichten! Ich bin zwar gern im Wasser, ziehen dann aber ruhigere Ecken vor! Trotzdem hat sich der gefährlich wirkende Weg zum Strand gelohnt! Was für eine Aussicht! Und dass man in der Ferne sogar Gran Canaria sehen kann, herrlich!

    Bei der Villa Winter dachte ich spontan an einen passenden Ort für ein Escape Game 🙂 Interessant, was es da für Gerüchte gibt! Sowas finde ich immer spannend!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Ja, da verzichte ich auch dankend. Vor allem weil man wegen der Unterströmungen nur schwer zurück an Land kommt…
      Bei der Villa hab ich zwar nicht an Escape, aber auch sofort an ein Thema für einen Thriller gedacht…

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