Niederlande

Das Schlafzimmer-Planetarium in Franeker

Renate Kraft

Renate Kraft

Eise Eisinga und sein Sonnensystem.

Im friesischen Franeker habe ich das tollste Planetarium gefunden, das ich je gesehen habe. Es befindet sich an der Decke eines Schlafzimmers in einem kleinen Häuschen, und es stammt aus dem 18. Jahrhundert. Das Planetarium ist voll funktionsfähig. In dem hübschen Ort ist an dieser Stelle ein tolles Museum entstanden. Hier kannst Du Dich eingehend über die Entstehungsgeschichte und das Planetensystem informieren.

Planetarium Franeker von außen

Hin und weg von Franeker

Franeker steht erstmal nicht unbedingt ganz oben auf der Liste, wenn Du Urlaub am Ijsselmeer machst. Es liegt nämlich nicht am Wasser. Aber wenn Du die hübsche Provinzhauptstadt Leeuwarden besichtigen möchtest, dann liegt es auf dem Weg von Harlingen am Ijsselmmer. Das Planetarium ist auf jeden Fall ausgesprochen sehenswert. Deshalb kann ich Dir diesen kleinen Abstecher auf jeden Fall sehr empfehlen. Der Ort Franeker ist auch ansonsten sehr hübsch und hat ein außergewöhnlich schönes Rathaus zu bieten. Parken kannst Du am Ortsrand von Franeker übrigens kostenlos. Fahr also am besten gar nicht erst mitten rein in das kleine Zentrum, denn hier sind überall Parkgebühren fällig.

Rathaus Franeker

Altes Planetarium, noch ältere Uni

Ich hatte noch nie davon gehört, aber das Planetarium von Franeker ist in Friesland eine bekannte Sehenswürdigkeit. Rund 50.000 Besucher hat das Museum jedes Jahr. Ganz schön beachtlich für einen so kleinen Ort. Übrigens gab es in Franeker bis 1811 die nach Leiden zweitälteste Uni des Landes. An dieser 1585 gegründeten Uni hörte sich ein gewisser Eise Eisinga in seinen jungen Jahren viele Vorlesungen in Astronomie und Mathematik an. Seine Leidenschaft für das Sonnensystem war geweckt.

Wozu ein Planetarium?

Zu Eise Eisingas Zeiten war die Angst weit verbreitet, dass Planeten aufeinanderprallen und sich so gegenseitig zerstören können. Das wollte Eise Eisinga unbedingt widerlegen und fing deshalb an, ein Planetarium an die Decke seines Schlafzimmers zu bauen. Sieben Jahre brauchte er ab 1774 dafür. Es dauerte so lange, weil der Mann arbeiten und eine Familie ernähren musste. In seiner Freizeit baute und baute er mit ganz viel Leidenschaft an seinem großen Projekt. Die dafür notwendigen 10.000 Nägel stellte er eigenhändig her. Mit Uhr- und Räderwerken, die man sich im Obergeschoss anschauen kann, baute er das heute älteste noch funktionierende Planetarium der Welt.
Wenn Du das Museum besuchst, kannst Du live erleben, wie die Uhrwerke und ihre Zahnräder bis heute einwandfrei funktionieren. In Eisingas Schlafzimmer kannst Du Platz nehmen und Dir, auch in Englisch, erklären lassen, wie genau die Anlage arbeitet. Extrem hoher Faszinationsfaktor!

Wenn Du am friesischen Ijsselmeer unterwegs bist, dann besuch doch auch mal das Städtchen Hindeloopen. Das ist der schönste Ort weit und breit – ein Träumchen!

im Museum
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