Niederlande

Das Freilichtmuseum Het Hoogeland in Warffum

Renate Kraft

Renate Kraft

Als wäre es gestern gewesen.

Das Freilichtmuseum Het Hoogeland ist einen Ausflug wert, wenn Du in der Region um Groningen unterwegs bist. Hier kannst Du in die Vergangenheit eintauchen. 20 wunderschön wieder aufgebaute alte Häuser zeigen anschaulich das Leben in diesem kleinen niederländischen Warftendorf, wie es vor etwa 100 Jahren war. Es sieht beinahe so aus, als wären die Bewohner nur mal eben zu einer kleinen Wattwanderung aufgebrochen und würden gleich wieder um die Ecke kommen.

Warftendorf Warffum

kleines Häuschen im Museumsdorf

Ein Warftendorf ist auf einem aufgeschütteten Hügel gebaut, um die Bewohner vor Sturmfluten zu schützen. Warffum, 20 Kilometer nördlich der Stadt Groningen, ist so ein Warftendorf. Und im Freilichtmuseum Het Hoogeland ist alles noch so wie früher. Ein kleines Dorf, in dem gezeigt wird, wie der Alltag der Bewohner früher so aussah.

Freilichtmuseum Het Hoogeland

Die acht Euro Eintritt fand ich gut investiert, denn hier kannst Du Dich wirklich bezaubern lassen. Das kleine Museumsdorf ist mit ganz viel Liebe zum noch so kleinen Detail gestaltet. Die meisten Gebäude stehen an der Stelle, wo sie früher auch standen. Dazu wurde das Museum durch einige zusätzliche Häuschen aus dem Umland ergänzt, die hier wieder aufgebaut worden sind.

Eine alte Schulbank drücken

Klassenzimmer im Freilichtmuseum Het Hoogeland

Ganz zu Beginn, gleich hinter dem Eingang, kommst Du in ein Klassenzimmer der 1887 gebauten Grundschule. Es gab die Schule noch bis 1957. Das Museum zeigt einen Klassenraum, wie er so in etwa 1915 ausgesehen hat. Das erste Häuschen, das Du anschließend betreten und von innen anschauen kannst, ist das Haus des Küsters aus dem siebzehnten Jahrhundert. Das kleine Wohnhaus zeigt die Einrichtung, wie sie wohl vor 100 Jahren ausgesehen haben mag. Der Küster war früher übrigens oft zugleich auch der Lehrer des Dorfes.
Jetzt kannst Du Dir nach und nach bei Deinem Rundgang die Häuschen von innen und außen anschauen. Es zum Beispiel ein Gästehaus, eine Druckerei, eine Schmiede, ein Backhäuschen, einen Stall, eine Malerwerkstatt oder natürlich eine Windmühle. Auch an die Kleinigkeiten wie das obligatorische Plumsklo oder die Wäsche an der Leine wurde gedacht.

Kneipe und Laden unter einem Dach

Laden

Mir hat das Gebäude mit Kneipe und Lebensmittelgeschäft besonders gut gefallen. Am Anfang des letzten Jahrhunderts war es durchaus üblich, Kneipe und Laden gemeinsam zu betreiben. So sicherten sich die Wirtsleute ihr Auskommen, was mit nur einem von beiden Betrieben schwierig gewesen wäre. Die Wirtin des hier gezeigten Gebäudes war noch bis 1947 aktiv.

Regal mit Waren im Laden
Kneipentheke im Freilichtmuseum Het Hoogeland

Das TBC-Häuschen

TBC-Häuschen

Sehr spannend und für mich komplett neu, war das kleine „TBC-Häuschen“. Das ist ein leichtes und nach einer Seite komplett offenes Holzhäuschen. Auf einer Drehscheibe kann man es immer nach der Sonne ausrichten. So wurden Tuberkulosekranke mit viel frischer Luft und Sonnenschein versorgt. Vor der Erfindung der Antibiotika war Sonne und Luft die einzige Therapie bei Tuberkulose.

Wohnraum


Es macht viel Spaß, durch das alte Dorf zu spazieren und zu erleben, wie die Bewohner früher gewohnt, geschlafen oder gearbeitet haben. Natürlich gibt’s im Freilichtmuseum auch ein Café und einen kleinen Laden. Die Öffnungszeiten sind etwas gewöhnungsbedürftig. Ich war an einem Sonntag da, und das Museum öffnete erst um 13 Uhr. Am besten also vorher mal schnell im Internet schlau machen!

Küche


Vielleicht hast Du Lust auf noch mehr kleine feine Sehenswürdigkeiten in unserem Nachbarland? Wie wäre es dann zum Beispiel mit dem kleinsten Planetarium der Welt in einem Schlafzimmer in Franeker in Friesland?

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12 Comments

  1. Das Häuschen ist ja süß. Auch wenn das ehemalige Thema nicht schön ist, da könnte ich glatt für einen Urlaub einziehen. So eine schöne Auszeit mit offenen Fensterflügeln und Blick in Natur.

    Liebe Grüße, Katja

  2. Ich liebe Freilandmuseen! Das muss ich doch gleich mal in meinem GoogleMaps markern. Ich finde, an solchen Orten kann man die Geschichte immer am besten und anschaulichsten nachvollziehen. Und das TBC-Häuschen ist wahrlich etwas Besonderes. Ich hab schon ehemalige Lungenheilstätten oder Stationen von Krankenhäusern gesehen, aber so ein kleines drehbares Häuschen ist wirklich toll und sehr schön, dass es erhalten und anzuschauen ist.
    LG Grit

  3. Ich liebe Freiluftmuseen, weil ich da gerne total in die Geschichte eintauche. Das kannte ich bisher noch nicht und werde es mir merken. TBC-Das Häuschen ist ja total süß! Sonne und Luft ist für mich allerdings auch ohne TBC eine tolle Therapie! Ich sollte mir so ein Häuschen in den Garten stellen!

    Liebe Grüße, Bea.

  4. Liebe Renate,

    Freilichtmuseen besuche ich gern. Am liebsten habe ich mir immer das in Rietschen angesehen, weil es in der Nähe meiner Großeltern aufgebaut worden ist. Ich mag historische Gebäude und Orte sehr gern.

    Dieses Dorf, welches du uns so schön vorgestellt hast, würde ich auch sehr gern besuchen und danke dir für den Tipp. Das steht jetzt fest auf meiner Reiseplanung für 2023.

    Liebe Grüße
    Mo

  5. Weißt du was Renate? Das ist genau der richtige Ort für mich! Ich liebe solche Freiluftmuseen und habe schon ein ähnliches in Schottland besucht! Dort gab es auch einen Schulraum, wo meine Tochter und ich an einer Schulstunde mit einem äußerst strengen Lehrer teilnehmen durften! Und auch einen Laden, wo wir Bonbons aus so tollen antiken Gläsern gekauft hatten! Das TBC-Häuschen hat mich hier besonders beeindruckt! Super Idee, dass es drehbar ist, so konnten die Patienten die Sonne ausgiebiger „genießen“. Die armen Seelen!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Das freut mich. Ich wünsch Euch ganz viel Spaß! Einen strengen Lehrer gibt es dort zum Glück nicht.:-) Dafür ist rs ein Stück näher als Schottland. Obwohl ich da ja auch immer noch so gerne hin will…

  6. Ich finde es immer toll und interessant einen Ort bzw. ein Museum zu besuchen, in der wirklich noch alles im Originalzustand hinterlassen ist – so bekommt man einfach den besten Einblick in vergangene Zeiten. Obwohl man selbst nicht dort ist, kann man durch deine Bilder einen guten Einblick in diese Zeit bekommen, auch die Atmosphäre finde ich, hast du richtig gut eingefangen. Vor allem das TBC-Häuschen bzw. die Idee finde ich toll.
    Danke für diesen tollen Beitrag.

    LG,
    Vici

    1. Danke! Freut mich. Ich finde auch – einen wirklichen Eindruck kriegt man durch kein Geschichtsbuch der Welt. So ein Museum taugt dafür wirklich eher…

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