Luxemburg

Im Biodiversum Haff Reimech

Renate Kraft

Renate Kraft

Wo Natur und Architektur perfekt harmonieren.

In der Nähe von Schengen in Luxemburg gibt es an der Mosel einen ganz besonderen Ort zu entdecken. Das Biodiversum Haff Reimech ist ein architektonischer Hingucker, der sich perfekt in die umgebende Natur einfügt. Hier kann man sich über alles informieren, was im Naturschutzgebiet so kreucht und fleucht. Und hinterher bei einem kleinen Spaziergang durch die Seenplatte nach der Theorie die Praxis erkunden.

Biodiversum von außen

Der Architekt des Biodiversum Haff Reimech

Das Biodiversum Haff Reimech sieht aus wie ein kopfüber gestrandetes Boot. Entworfen hat es der bekannte luxemburgische Architekt François Valentiny. Die Form erinnert außerdem an ein altes keltisches Langhaus, wie es früher in dieser Gegend gebaut wurde. Das hölzerne Gebäude ist sowohl von außen als auch von innen ein echter Genuss. Unbedingt reingehen, zumal der Eintritt frei ist.

Treppenhaus im Biodiversum

Die Natur holt sich alles zurück

Bis in die 1950er Jahre wurde in dieser Gegend Sand und Kies abgebaut, was eine Menge unschöner Löcher und eine nackte Landschaft hinterließ. Aber die Natur füllte im Laufe der Zeit die Löcher mit Grundwasser, und es entstand eine idyllische kleine Seenlandschaft mit einer beachtlichen Artenvielfalt. Heute ist das Naturschutzgebiet ein sehr wichtiger Rastplatz für viele Zugvögel.

an der Seenplatte Haff Remich

Natürlich suchten auch immer mehr Menschen Erholung in diesem Gebiet. Nach langer Planungszeit eröffnete schließlich im Jahr 2014 das Biodiversum auf einer aufgeschütteten Landzunge in einem der Seen. Durch die Fenster des rund 60 Meter langen Gebäudes schaut man mitten in die Natur, die innen erklärt wird. Es gibt spektakuläre Sichtachsen durch das Gebäude nach draußen.

Blick von innen nach außen im Biodiversum

Was kann man machen im Biodiversum Haff Reimech?

Es macht riesigen Spaß, sich auf den drei Ebenen des Gebäudes in Ruhe umzuschauen. Hier geht es um Naturschutz in der Region oder um die Frühgeschichte, beispielsweise um die Bauweise der keltischen Langhäuser. Es geht aber auch um Weinbau, denn das Naturschutzgebiet ist umgeben von den Weinbergen an der Mosel. Ein besonderes Augenmerk gilt der großen Vielfalt der hier vorkommenden Vogelarten.

Fenster im Biodiversum

Vor oder nach dem Besuch im Biodiversum kann man herrlich über zahlreiche Wege zwischen den kleinen Seen spazieren gehen. Auch dabei findet man viele Informationstafeln und erfährt noch mehr über die Gegend. Direkt neben dem Naturschutzgebiet kann man an einem benachbarten See nach Herzenslust Wassersport betreiben. Und ein schönes Lokal mit Außenterrasse direkt über dem Wasser gibt es auch. Zu Coronazeiten ein besonderer Genuss, hier einkehren zu können. Alles mit riesigen Abständen und gefahrlos möglich. Und angenehmerweise auch ohne Testorgie im Vorfeld.

im Biodiversum Haff Remich

Futuristische Architektur in Luxemburg

Der Architekt Architekt François Valentiny hat übrigens viele futuristische und außergewöhnliche Bauwerke geschaffen, viele davon in seinem Heimatland. Zu finden sind sie unter anderem auf dem Kirchberg in Luxemburg-Stadt oder auch in Schengen. Überhaupt ist mir schon nach wenigen Tagen in diesem schönen kleinen Land aufgefallen, dass die Luxemburger ziemlich kreativ sind, was Architektur angeht. Altes und Neues kombinieren sie gerne und gut, wie ich finde. Vielleicht komme ich bei Gelegenheit nochmal drauf zurück.

Und danach? Auf zur Mosel!

Wie gesagt: das Biodiversum liegt sehr nah an der Mosel. Warum also nicht einen Ausflug dorthin mit dem Besuch eines der Weinorte verbinden? Ich bin zum Beispiel ins nahe Remich gefahren. Kein besonders hübscher Ortskern, aber eine lebendige schöne Moselpromenade, an der sich die eine oder andere Kuriosität finden lässt.

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13 Comments

  1. Hi Renate, die Geschichte erinnert mich an die ganzen Kiesgruben rund um meine Heimatgemeinde. Hier sind durch Sand- und Kiesabbau in den vergangenen 20 Jahren sehr viele Seen entstanden und die Natur hat mittlerweile die Landschaft um diese erobert.
    Auch hier werden die Seen nun als naherholungsgebiet verwendet und im Sommer gibt es kaum einen Tag an dem die Seen nicht als Badeseen verwendet werden.
    Auf die Idee hier eine Ausstellung zu errichten ist bisher meines wissens nach noch niemand gekommen, doch die Idee finde ich super!
    LG
    Stephan

    1. Ja,, bei uns in der Ecke gibt es solche Seenplatten, weil dort früher Braunkohle oder eben auch Sand und Kies abgebaut wurde. Aber das Naturzentrum dort ist schon echt ein Knüller. Vor allem die Architektur hat’s mir mächtig angetan…

  2. Liebe Renate,
    Das Gebäude vom Biodiversum Haff Reimech passt ja wirklich perfekt in die Landschaft. Ich finde, es ist ein ganz tolles Stück Architektur geworden und glaube, dass ich mich dort auch wohlfühlen würde, schon durch die Sichtachsen, die du beschreibst, und die vielen Fenster. Und dann muss man natürlich die Gegend erkunden, an der Mosel gibt es einfach so viele schöne Ecken – auch wenn ich in Luxemburg noch nicht an der Mosel war.
    Liebe Grüße von Miriam von Nordkap nach Südkap

    1. Ja, ich finde das Gebäude auch großartig. Und Du hast recht: Es gibt wirklich viele schöne Ecken hier. Ich kannte bisher nur den deutschen Teil der Mosel, aber da hatte ich was verpasst.:-)

  3. Liebe Renate,
    welch spektakuläre Architektur! Sehr ausdrucksstark und beeindruckend. Garndios, wie es dem Architekt gelingt, Innen- und Außenraum zu verbinden und, dass man das im kopfstehenden Holzschiff Gelernte draußen erkunden kann.
    Ein toller Ort, den ich mir vormerken werde.
    Herzlichen Gruß
    Anja von STADT LAND WELTentdecker

  4. Wo buddelst du nur immer diese Kleinode aus? Es ist schon faszinierend, wie sich die Natur doch alles zurückerobert. Und fast auch beängstigend. Aber schön was es dort alles zu entdecken gibt. Und das Biodiversum passt perfekt in die Landschaft, als ob es ein Teil davon wäre.

  5. Hallo Renate,

    eine tolle Architektur das ist. Ungewöhnlich und doch sehr schön. Das muss man gesehen haben. Erinnert mich auch etwas an die Arche von Noah. Den Ort muss man sich merken.

    Liebe Grüße
    Julia

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