Deutschland, Ostsee

IGA Park Rostock – Geheimtipp nahe der Ostsee

Renate Kraft

Renate Kraft

Ich bin gerade schon mit Sack und Pack in Frankfurt. Am Samstag geht’s dann für drei Monate nach Neuseeland. Heute greife ich deshalb auf eine Konserve aus dem letzten Herbst zurück: Der IGA Park Rostock ist einer dieser Orte, die ich besonders liebe. Er gehört nicht zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt. Aber gerade deshalb finde ich ihn spannend. Dorthin zu fahren, ist wie eine kleine Entdeckungsreise. Ich wusste nicht so genau, was mich erwartet und konnte mich überraschen lassen. Für mich macht das so ein bisschen das Reisen aus. Ich möchte was entdecken. In Rostock hat mir der IGA Park deshalb viel mehr Spaß gemacht als zum Beispiel der Stadthafen. Da weiß man, was man hat. Klar, ist auch schön. Ich bin immer mal wieder gerne dort. Aber diesen speziellen kleinen Kick findest Du eben eher an den etwas weniger prominenten Orten. Wie dem IGA Park Rostock.

Ich bin von Warnemünde mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Der Weg in den Park führte mich deshalb zuerst über das ebenfalls recht interessante Rostocker Messegelände. Ich mag keine hektischen Messen, aber ein leeres Messegelände hat durchaus seinen Reiz. Viel Holz, Glas und Metall gibt es hier. Alles ist noch ziemlich neu. Ein interessanter Ort für Fotografen, würde ich sagen.

IGA Park Rostock – der Ursprung

Aber dann endlich rein in den Park. IGA Park? Was ist das für ein komischer Name? Er steht für „Internationale Gartenbauausstellung“. Die fand genau hier im Jahr 2003 statt und war der Anlass dafür, den Park anzulegen. 32 Nationen beteiligten sich daran und verwandelten das Gelände an der Warnow, das außerdem von kleineren Bächen durchzogen ist, in eine attraktive Parklandschaft. Sechs Monate dauerte das Event damals. Eine ganze Menge der damals angelegten Landesgärten und anderen Attraktionen ist bis heute erhalten geblieben.

Das Tolle am IGA-Park Rostock ist, dass Du sehr viel Ruhe hast. Es ist wenig los, und Du kannst ziemlich alleine auf Entdeckungstour gehen. Ich war im Herbst da, und es mag natürlich sein, dass die Idylle an einem Wochenende mitten im Sommer ein wenig getrübt ist. Aber eigentlich denke ich, dass die meisten Leute bei schönem Wetter eher zu den Ostseestränden strömen. Der Weg nach Warnemünde ist ja kurz. Übrigens kostet der Park eigentlich Eintritt. Als ich da war, war aber niemand am Eingang, um bei mir zu kassieren.

Übrigens war die IGA für Rostock eine sehr nützliche Finanzspritze, denn als Veranstalter der Gartenbauausstellung bekam die Stadt Gelder von Bund und Land, die zum Beispiel für die Untertunnelung der Warnow nachhaltig eingesetzt werden konnten. Die Infrastruktur der Stadt wurde auch durch einen Tunnel unter dem Rostocker Hauptbahnhof und durch den Bau des neuen Messegelände positiv beeinflusst.

2,6 Millionen Besucher kamen damals zur IGA nach Rostock. Danach sollte des Gelände ein echter Touristenmagnet werden, aber offenbar war die Konkurrenz durch die nahe Ostsee ein bisschen zu groß. Trotzdem: Seit dem Frühjahr 2019 ist der Eintritt für alle Rostocker kostenlos, und das hat sich wohl auch schon ausgewirkt. Die Besucherzahlen sind auf dem aufsteigenden Ast.

Sehenswertes im IGA Park

Sanddorn, Schilf und Weiden sind die Pflanzen, die diese schöne Parklandschaft bestimmen, die von kleinen Gewässern durchzogen ist und wunderschöne Spazierwege bietet. Mir persönlich hat es direkt am Warnowufer am besten gefallen. Hier gibt es zum Beispiel ein Schiffahrtsmuseum auf einem Schiff und einen schönen Blick auf die Stadt. Toll sind auch der Weidendom aus bogenfömig gewachsenen Weiden oder die Nationengärten aus China, Japan, Luxemburg, Tunesien, Ungarn oder den Niederlanden.

Vielleicht hätte der IGA-Park Rostock einen etwas schöneren Namen verdient, damit auch Touristen stärker auf ihn aufmerksam werden und nicht immer alle zur Ostsee strömen. Vielleicht aber auch nicht. Denn dann bleibt dieses ganz besondere Flair erhalten und die Besucher haben weiterhin die Chance, diesen relativ ruhigen Ort für sich zu entdecken.


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