Makro-Fotografie, Ostsee

Mit dem Makro am Nordstrand Prerow

Renate Kraft

Renate Kraft

Kleine Dinge in den Dünen gestalten.

Am Nordstrand in Prerow gibt es eine herrliche Dünenlandschaft. Meistens ist es ja verboten, in die Dünen zu gehen. An diesem Stück Strand an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern ist es erlaubt. Ein herrliches Gebiet zum Fotografieren. Zum Beispiel mit dem Makroobjektiv. Es gibt viel zu entdecken.

Dünen Nordstrand Prerow

Kleine Pflanzen in den Dünen in Prerow

Viel zu lange lag mein Makroobjektiv gut verpackt im Fotorucksack. Fast schon hatte ich vergessen, wieviel Spaß es macht, durch diese besondere Linse ganz neue Welten zu entdecken. In den Dünen am Nordstrand von Prerow gibt es viele winzig kleine Pflanzen, die nur darauf warten, mit dem Makro entdeckt zu werden. Du musst Dich gar nicht viel bewegen. Nur in Bodennähe auf Tauchstation gehen und Dich ein bisschen umschauen.

Dünen Nordstrand Prerow

Warm anziehen für die kleinen Welten

Am besten ziehst Du Dich warm und ein bisschen wasserfest an. Auf die Dauer kann es im Winter ganz schön kalt und nass sein da unten. Denn eins ist sicher: Du vergisst die Zeit und merkst vielleicht gar nicht, wenn es regnet. Denn die kleinen Welten, die es da zu entdecken gibt, sind so faszinierend, dass Du komplett eintauchst. Alles andere ist dann einfach weg. So war es jedenfalls bei mir an einem kalten Tag Ende November.

Dünen Nordstrand Prerow

mit dem Makro geht es so oder so…

Mit dem Makroobjektiv kann man ja ganz unterschiedlich fotografieren. Viele wollen alles scharf abbilden, wenn sie zum Beispiel Insekten fotografieren. Durch Stacking ist da einiges möglich. Aber das ist nicht mein Ding. Diese technisch anspruchsvolle Art der Fotografie und die anschließende Arbeit am Rechner ist nicht nach meinem Geschmack. Ich mag es eher kreativ und spontan. Mit offener Blende frei gestalten, was ich da sehe. Das ist genau meins. Ein riesiges Vergnügen.

Dünen Nordstrand Prerow

Die richtige Technik für abstrakte Makro-Fotos

Um zu solchen Bildern zu kommen, brauchst Du nicht viel mehr als offene Augen und eine bis zum Anschlag aufgerissene Blende. Die offene Blende sorgt dafür, dass Du nur einen kleinen Teil des Bildes scharf darstellst. So entstehen kreative, außergewöhnliche und oft abstrakte Fotos. Beim Fotografieren ahnst Du nur, was hinterher auf dem Bild zu sehen sein wird. So hast Du gleich zweimal eine große Freude, zuerst beim Fotografieren und dann nochmal später am Rechner, wenn Du Deine Fotos auswählst und bearbeitest. Ein bisschen Bearbeitung muss sein, denn einen ganz exakten Bildausschnitt kriegst Du auf engstem Raum nur selten zustande, wenn Du Dich am Boden nach Motiven umschaust.

Dünen Nordstrand Prerow

Ich habe ein 105 mm Makroobjektiv mit einer Lichtstärke von 2,8. Das ist wie geschaffen für diese Art von Fotos. Du darfst Dich nicht wundern, dass die größte mögliche Blende dann am Ende nicht immer auch f 2,8 ist. Das liegt ganz einfach daran, dass die größte Blende nicht verfügbar ist, wenn Du wirklich ganz dicht rangehst. Aber das ist gar kein Problem, sondern nur technischer Schnickschnack. Denn je dichter Du rangehst, desto geringer wird die Tiefenschärfe sowieso. Es gleicht sich also aus.

Mach die Blende einfach ganz auf und kümmere Dich nicht darum, was die Kamera anzeigt. Die offene Blende hat neben den herrlichen Unschärfen auch den Vorteil, dass Du noch aus der Hand fotografieren kannst, wenn die Lichtverhältnisse mal nicht so toll sind. Ich hatte an diesem Tag dunkelgrauen Himmel und Nieselregen.

Ein bisschen Schärfe tut gut

Dünen Nordstrand Prerow

Um dem Betrachter ein bisschen Orientierung im Bild zu geben, ist es trotz aller Unschärfe gut, wenn ein kleiner Teil des Bildes scharf abgebildet ist. Nicht immer, aber meistens schon. Mit dem Autofokus ist es ein bisschen kompliziert, auf engstem Raum genau da scharf zu stellen, wo Dein Fokus sein soll. Deshalb macht es Sinn, einfach manuell scharf zu stellen. Das ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber schon nach kurzer Zeit klappt es wie am Schnürchen. Wichtig nur, dass Du Deinen Sucher auf Deine Augen eingestellt hast. Ich brauche zum Beispiel eine Lesebrille, und ohne Anpassung könnte ich niemals vernünftig scharf stellen. Wenn Du normalerweise über den Monitor fotografierst, solltest Du Dich für diese Art der Fotografie umstellen. Es funktioniert ungleich besser, wenn Du durch den Sucher schaust. Klar, Du musst dann noch weiter reinkrabbeln in Deine Motive. Aber das macht den Spaß ja auch aus.

Probier’s mal! Es ist ein Höllenspaß. Natürlich musst Du für diese Art der Fotografie nicht an die Ostsee fahren. Es geht auf jeder Wiese, in jedem Gebüsch. Du machst Dich dreckig, aber das ist wurscht. Mach’s einfach!

Und wenn Du in dieser Gegend unterwegs bist, dann fahr auf jeden Fall auch zum Weststrand – ein Paradies für Fotofans und einer der schönsten Strände der Welt!

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12 Comments

  1. Ich mag fotografieren an sich immer super gerne.
    Wenn ich alleine unterwegs bin, ist es eine Art entspannte Meditation für mich.
    Wenn ich dann das passende Objektiv dabei habe, finde ich die Makrofotografie auch sehr spannend.

    Dein Tipp mit dem Sucher klingt einleuchtend, ich werde es ausprobieren.
    Liebe Grüße, Katja

    1. Ja, Fotografieren kann wirklich sehr entspannend sein. Finde ich auch. Ganz besonders mit dem Makro. Dabei vergesse ich komplett alles andere um mich herum. Einfach herrlich!

  2. Ich habe auch ein Sigma 105mm im Fotorucksack. Aber ich benutze es ebenfalls viel zu selten. Und wenn, dann fikussiere ich auch manuell. Meinen EOS R hat da mittlerweile eine tolle Funktion, die mir genau anzeigt, was eugentlich alles scharf ist. Das haben wohl viele neuere Kameras. Und das hilft wirklich ungemein, immer den richtigen Punkt zu treffen.

  3. Hallo Renate,
    das sind fantastische Aufnahmen. Ich habe leider (nur) eine EOS-Systemkamera und da gibt es keinen Sucher, nur den kleinen Monitor. Für meine Zwecke reichte es bisher auch, aber an Makro-Aufnahmen habe ich mich auch noch nicht herangetraut. Vielleicht sollte ich das aber nochmal überdenken.
    Liebe Grüße
    Bastian

    1. Vielleicht kannst Du Dir ja mal ein Makro leihen und einfach erstmal schauen, ob es Dir Spaß macht. So hat es bei mir auch angefangen…:-)

  4. Liebe Renate,
    Das sind mal wieder fantastische Aufnahmen. Sie sehen aus wie Kunstwerke durch das Abstrakte und den großen Teil an Unschärfe. Mega! Ich glaube, gerade bei einer Dünenlandschaft wäre ich nie auf die Idee gekommen, mit einem Makroobjektiv zu fotografieren oder generell in die Detailfotografie zu gehen – da hätte ich wohl eher auf die Landschaft gesetzt. Umso schöner, mal eine neue Perspektive kennenzulernen und zu erfahren, dass sich Detailblicks auch lohnen.
    Liebe Grüße von Miriam von Nordkap nach Südkap

    1. Es liegt daran, dass ich dort schon sehr oft war und die Dünenlandschaft entsprechend oft fotografiert habe. Irgendwann waren dann einfach mal neue Blickwinkel fällig. Aber eigentlich lohnt ein Blick durchs Makro immer…

  5. Liebe Renate,
    das sind ja herrliche Aufnahmen – die gefallen mir allesamt ausgesprochen gut. Ich bin ohnehin so gern an der Ostsee. Ich mag die Stimmung dort zu jeder Jahreszeit und besonders Herbst und Winter haben eben auch ihre Reize. Die kommen auf deinen Fotos toll zur Geltung.
    Herzliche Grüße
    Anja von STADT LAND WELTentdecker

  6. Wow Renate, da sind richtige Kunstwerke draus geworden! Ich finde Makrofotografie unheimlich schön, man entdeckt Details, auf die man sonst nie achtet oder die man gar nicht erst wahrnehmen würde! Ich halte ja auch schon immer nach „den Kleinen Dingen“ Ausschau, aber ein Makroobjektiv besitze ich leider nicht und der Makroeinstellung auf dem Handy sind auch Grenzen gesetzt. Leider!

    Liebe Grüße und mach weiter so!
    Jana

    1. Freut mich sehr, dass die Bilder Dir gefallen. Mit dem Handy geht tatsächlich nicht sehr viel, weil Du die Unschaärfen auch einfach nicht hinbekommst. Da ist alles scharf und fertig. Macht mir keinen Spaß.

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