Neuseeland, Südinsel, Tiere

West Coast Neuseeland: White Heron Tour Whataroa – Vögel statt Gletscher

Renate Kraft

Renate Kraft

Nun habe ich es an der West Coast Neuseeland also doch getan. Ich bin Jetboot gefahren. Was mir in Queenstown und Wanaka zu affig war. In Whataroa, ein halbes Stündchen nördlich von Franz Josef, war es genau richtig. Denn es war keine Kirmesfahrt mit 360 Grad Drehung, sondern das Jetboot diente als Verkehrsmittel, um von A nach B zu gelangen. Auf einem Fluss mit niedrigem Wasserspiegel ist das Jetboot nun mal ideal, oft genug die einzige Möglichkeit.

Die White Heron Sanctuary Tour habe ich ganz spontan gebucht. Für eine Gletschertour war mir das Wetter zu mies. Schließlich hatte ich auf der anderen Seite der Südalpen schon ein einmaliges und einfach nicht zu toppendes Gletschererlebnis. Deshalb habe ich mich total gefreut, dass es hier wirklich richtig interessante andere Sachen zu erleben gibt.

Vögel an der West Coast Neuseeland

Es geht um Vögel. Der White Heron ist ein Silberreiher, der hier in Neuseeland extrem selten ist. Die Tour geht ins Brutgebiet an der Mündung des Waitangiroto River. Ich war nicht wirklich traurig, dass die letzten hier nistenden Vögel just verschwunden waren. Die Nistsaison was zuende. Was ich dann erleben durfte, fand ich viel interessanter als Silberreiher.

Aber von Anfang an. Die White Heron Tour kostet 150 Dollar, was ja erst mal reichlich ist. Aber der Einsatz hat sich gelohnt.:-) Mit einem Minibus ging es zunächst los Richtung Fluss. Mit an Bord einige supernette gleichgesinnte Fotobegeisterte aus aller Welt. Nach etwa 20 Minuten Fahrt kamen wir zu der Stelle, an der dann das Jetboot, das wir im Schlepptau hatten, zu Wasser gelassen wurde.

Minivogel und viel Bush

Während Deon, unser Guide, damit beschäftigt war, machten wir einen kleinen Rundgang durch die schöne Bush-Landschaft. Dabei fotografierte ich einen Fantail (Fächerschwanz). Das ist ein neuseeländischer Minivogel mit einem überdimensionalen Schwanz, der ihm in der Luft beim Manövrieren hilft. Das kleine Tierchen sprang neugierig von Ast zu Ast und half mir so freundlicherweise dabei, es abzulichten. Natürlich habe ich mich gefreut wie ein Schneekönig.

Auf ins Brutgebiet

Wenig später ging dann die flotte Flussfahrt mit dem Jetboot los. Es war ein Heidenspaß und sicher einer der coolsten Bootsausflüge, die ich je erlebt habe. Unser Guide gab ordentlich Gummi und legte sich auch fein in die vom Fluss vorgegebenen Kurven. So flog also die Landschaft an uns vorbei, bis wir nach noch mal gut 20 Minuten fast an der Tasmanischen See waren. Hier liegt mitten im Regenwald in einer wirklich sehr urwüchsigen, wunderschönen Landschaft das Brutgebiet der wie gesagt schon abgezogenen White Herons.

Royal Spoonbills an der West Coast Neuseeland

Wir spazierten vom Boot ein Stück in den Bush hinein und kamen zu einer kleinen Vogelbeobachtungshütte. Und dann sahen wir sie auch schon – nistende Royal Spoonbills – Königslöffler. Die durch ihren irren Schnabel sehr exotisch wirkenden großen weißen Vögel waren ziemlich nah. Es war spektakulär und sehr beeindruckend. Ich stand da wie festgenagelt und schaute erst mal eine Weile nur. Zum Glück hielten die Tierchen still, bis ich endlich die Kamera hochnahm und auslöste.

Beim Spaziergang zurück zum Boot sah ich dann auch noch Tree Orchids, eine neuseeländische Orchideenart, die extrem stark duftet. Und dann fuhren wir mit Jetboot und Minibus zurück nach Whataroa. Alle waren total geflasht von dem wunderschönen Erlebnis. Im Nachhinein fand ich den Preis für die Tour dann auch tatsächlich nicht mehr zu hoch. Nur zur Info: Ich mache hier keine Werbung für die Tour und werde auch nicht für diesen Beitrag bezahlt. Trotzdem – ich kann diese Tour uneingeschränkt empfehlen.

Entspannung pur in Okarito

Nach einem kleinen Päuschen bin ich dann noch nach Okarito gefahren. In das gemütliche Dörfchen an der Tasmanischen See führt eine 13 Kilometer lange Straße, die vom State Highway 6 abgeht. Früher mal, als der Goldrausch im Gange war, war hier richtig was los. Heute ist es ein total verschlafener, aber trotzdem sehenswerter Ort.

An einer Lagune gibt es eine kleine restaurierte Wharf aus der alten Zeit mit jeder Menge Infos zu diesem Ort, der zum Verweilen wirklich einlädt. Es gibt auch einen hübschen Spazierweg durchs Wetland und natürlich einen grandiosen Strand, wie eigentlich immer an der West Coast mit jeder Menge Treibholz.

Ich hatte einen tollen Tag in Whataroa und Okarito. Das schlechte Wetter habe ich komplett vergessen. Es spielte einfach überhaupt keine Rolle mehr.

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