Neuseeland, Südinsel

West Coast Neuseeland – zwischen Baumkronen und Treibholz-Kunst

Renate Kraft

Renate Kraft

Auf dem Weg an der West Coast Neuseeland zwischen Franz Josef und Greymouth habe ich mir die Gegend um Hokitika angeschaut. Schließlich wollte ich wissen, warum so viele Leute von ausgerechnet diesem kleinen Ort schwärmen. Ich war sehr gespannt darauf, was ich dort finden würde.

West Coast Neuseeland: Lake Lanthe
Lake Ianthe

Geflügelte Begegnung am Lake Lanthe

Doch bevor ich dort ankam, legte ich einen Zwischenstopp am Lake Ianthe ein. Der liegt direkt am State Highway 6. Es gibt einen kleinen Campingplatz und natürlich eine Picnic Area. Als ich aus dem Auto stieg, sah ich sofort den wie wild an irgendwas Fressbarem zerrenden Weka. Das ist, wie der Kiwi, ein flugunfähiger Vogel. Aber er ist nicht so selten wie der Nationalvogel. Und weil er auch tagsüber aktiv ist, begegnet er einem hier und da. Scheu ist er zum Glück nicht. Während ich ihm mit der Kamera auf den Pelz rückte, arbeitete er völlig unverdrossen weiter an seinem Frühstück.

Vom Seeufer aus sah ich dann auch noch einen Silberreiher (White Heron). Bei meiner Tour in deren Brutgebiet von Whataroa aus hatte ich dieses Glück nicht, weil die Brutsaison gerade vorbei ist. Hier aber stand einer im Wasser und spähte nach Futter aus. Die Silberreiher sehen genauso aus wie die bei uns sehr verbreiteten Graureiher. Sie sind halt nur weiß. Das Tierchen hielt still für mich und tat mir dann sogar den Gefallen loszufliegen. Der Tag fing gut an.

Der Regenwald der West Coast von oben

Ich setzte meine Fahrt Richtung Hokitika fort. Kurz vor dem Ort gibt es eine Abzweigung zu einem sehr interessanten Ort, dem Treetop Walk. Hier kannst Du in 20 Metern Höhe auf Brücken aus Stahl zwischen den Baumriesen des Regenwalds spazieren gehen. Mehr als 450 Meter lang ist der Weg, von dem aus Du den Regenwald ausnahmsweise mal von oben betrachten kannst. Eine durchaus reizvolle Perspektive, fand ich.

Aber auch Ausblicke in die weite Ferne über den Bush in die Berge oder über einen See bis zur Tasmanischen See erlaubt der Treetop Walk. Und dann kannst Du noch mal höher hinaus, indem Du auf einen Aussichtsturm kletterst. Von oben sind die Ausblicke dann noch mal beeindruckender.

32 Dollar kostet der Spaß (Stand Februar 2020). Wenn’s regnet, was es ja in dieser Gegend ziemlich häufig tut, dann bekommst Du einen Regenschirm für Deinen Spaziergang zwischen Himmel und Erde. Bei jedem Wetter bekommst Du einen Flyer, auf dem Dir die wichtigsten Stationen des Treetop Walks erklärt werden. Du lernst eine ganze Menge über die Bäume, den Regenwald und die hier lebenden Tiere. Ich fand es wunderschön und sehr interessant. Und Glück mit dem Wetter hatte ich auch noch.

Hokitika – Treibholz-Kunst und West Coast Flair

Nach diesem schönen Erlebnis fuhr ich die letzten paar Kilometer bis Hokitika. Berühmt ist der Ort durch das Wildfood Festival. Jedes Jahr im März wird es dann so richtig voll hier. Das ist eine wilde Feierei mit Kostümen und vor allem mit wirklich wilden Speisen. Hier kannst Du von Grillen über Würmer bis zur deutschen Bratwurst alles bekommen, was so kreucht und fleucht. Ich muss noch mal wiederkommen, glaube ich.:-)

Als ich da war, war es relativ ruhig. Hokitika ist ein hübscher kleiner Ort, in dem es Spaß macht zu bummeln. Vor allem gibt es jede Menge Jadewerkstätten. Das ist nicht so mein Thema, aber wenn Du Dich dafür interessierst, dann ist Hokitika sicher eine gute Adresse. Mich zieht es ja immer zum Strand, und der ist in Hokitika schon sehr besonders, muss man sagen.

Wenn Du dort ankommst, siehst Du zuerst den aus Treibholz gebastelten Schriftzug mit dem Ortsnamen. Der Platz schlechthin für Selfies aller Art und das Wahrzeichen des Ortes. Aber das ist nur der Anfang. Jedes Jahr im Januar findet in Hokitika das Driftwood and Sand Beach Art Festival statt. Dann werden aus dem hier reichlich vorhandenen Treibholz die wildesten Kunstwerke gestaltet. Bei einem Spaziergang am Strand von Hokitika gibt es also auf jeden Fall richtig was zu entdecken.

Übrigens gibt’s ganz in der Nähe auch eine dieser Glowworm-Caves. Ich hatte mir voriges Jahr auf der Nordinsel eine angeschaut. Aber wenn Du das noch nicht kennst, dann ist in Hokitika eine gute Gelegenheit. Einmal sollte man sich das Spektakel an der Höhlendecke vielleicht ansehen. Einmal reicht aber auch für meinen Geschmack…

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