Fotografie, Neuseeland, Südinsel

Oamaru Neuseeland – Eine kleine Stadt mit Charme

Renate Kraft

Renate Kraft

Heute möchte ich das Städtchen Oamaru Neuseeland an der Ostküste der Südinsel vorstellen. Es ist ein Beispiel für die vielen liebenswerten kleinen Städte hier in Neuseeland, die meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Oamaru in Otago ist für die meisten Leute nur deshalb einen Zwischenstopp wert, weil es hier Pinguine zu sehen gibt.

In der Pinguinkolonie am Stadtrand sind große Tribünen aufgebaut. Nach Sonnenuntergang kann man zusehen, wie die Zwergpinguine aus dem Wasser kommen und zu ihren Nistplätzen watscheln. Fotografieren ist dabei strengstens verboten. Warum, ist mir nicht ganz klar. Möglicherweise, weil es Leute gibt, die nicht wissen, wie man den Blitz abschaltet? Kann sein. Ich habe das Schauspiel vor vielen Jahren auf Phillip Island in Australien erlebt. Das vergisst man nie. Und deshalb habe ich hier darauf verzichtet und mir lieber die schöne Stadt angeschaut. Wer das aber nicht kennt, sollte es nicht verpassen.

Viktorianische Prachtbauten in Oamaru Neuseeland

In Oamaru Neuseeland gibt es etwas Tolles, was man so ohne weiteres hier nicht erwarten würde – viktorianische Prachtbauten aus dem 19. Jahrhundert. Der Stoff, aus dem sie gebaut sind, ist ein sehr hellgelber Sandstein, der in der Region gewonnen wird. Im frischen Zustand lässt er sich extrem leicht bearbeiten und härtet an der Sonne dann schnell aus. So lassen sich Gebäude mit Säulen und allem Schnickschnack nach antikem Vorbild relativ leicht errichten. Und so sieht man im Stadtbild auch einige davon, in denen heute Banken oder die Bezirksverwaltung untergebracht sind.

Victorian Precinct in Oamaru Neuseeland

Besonders schön und unbedingt einen ausführlichen Bummel wert ist der Victorian Precinct mit alten Lager- und Handelshäusern aus dem späten 19. Jahrhundert. Heute sind hier allerlei interessante Galerien, Läden, Kneipen zu Hause. Hier gibt es unter anderem neuseeländischen Whisky zu probieren und zu kaufen, der durchaus einen Test wert ist. Sonntags gibt es außerdem einen Farmers Market. Dann fährt hier auch eine alte Dampfeisenbahn mitten durch den Ort spazieren.

Steampunk-Hauptstadt Oamaru

Sehr faszinierend fand ich persönlich die Galerie Steampunk HQ. Das ist so eine Art Retro-Futurismus. Eine Kunstform, die zum Teil auch in Deutschland bekannt ist und bei der so ziemlich alles, was sich finden lässt, zu dampfenden und puffenden Objekten zusammengeschweißt wird. Der Ursprung ist eigentlich in der Literatur von Jules Verne oder H. G. Wells aus viktorianischer Zeit zu finden. Aber Steampunk kann sich in allen möglichen Formen als Subkultur ausdrücken. Die dunklen Räume der Steampunk HQ sind der beste Beweis dafür. Hier und im Hof lässt sich echt abgefahrenes Zeug entdecken. Mir hat der Rundgang einen Höllenspaß gemacht.

Seehunde am Hafen

Und Steampunk zieht sich überhaupt wie ein roter Faden durch die ganze Stadt Oamaru Neuseeland. Am Hafen gibt es einen Spielplatz mit wirklich völlig abgespacten Geräten. Nicht nur das macht aus Oamaru eine Stadt mit viel Charme. Auch der Hafen selbst, der heute komplett bedeutungslos ist, ist einen Spaziergang wert. Mit Glück nämlich siehst Du hier im Wasser spielende oder auf einer alten Seebrücke herumgammelnde Seehunde. Ich hatte das Glück, weil ich mir einige Stunden Zeit genommen habe, die Gegend zu erkunden.

Oamaru ist es absolut wert, ein oder zwei Tage lang erkundet zu werden. Ich könnte mir hier sogar auch einen etwas längeren Aufenthalt vorstellen. Außerhalb des historischen Viertels habe ich im Vorbeigehen die eine oder andere nette Kneipe gesehen, die man mal ins Auge hätte fassen können. Für mich ist Oamaru ein Beispiel für die oft unterschätzten Kleinstädte Neuseelands. Von denen gibt es so einige. Zuallererst ist da Napier auf der Nordinsel zu nennen. Ein traumhafter Ort, an dem ich voriges Jahr vier Wochen geblieben bin. Oder Nelson im Süden der Südinsel, wo ich letztes Jahr eine Woche war und diesmal zum Abschluss nochmal für drei Wochen sein werde. Darauf freue ich mich riesig. Also nicht einfach dran vorbeifahren an diesen kleinen Städtchen. Neuseeland besteht nicht nur aus Naturwundern!


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8 Comments

  1. Ach, welch tolle Bilder! Oamaru sieht aus, als wäre dort die Zeit stehengeblieben, ich mag das total, das hat echt Flair. Ich würde auch sehr gerne einmal nach Neuseeland fliegen. Leider ist da noch ein weißer fleck auf meiner Landkarte.
    Verspielte Grüßle,
    Simone

  2. Ich kenne von Neuseeland noch viel zu wenig, nur Christchurch aus einem Film! Oamaru war mir bis eben kein Begriff, sieht aber nach einem wirklich interessantem Örtchen aus! Vor allem auch wegen den Pinguinen und dem Steampunk! Ich mag das 🙂

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Ja, Oamaru ist, wenn überhaupt, hauptsächlich wegen der Pinguine bekannt. Ist ein sehr sehr toller Ort, der viel mehr zu bieten hat!
      LG Renate

  3. Liebe Renate,
    Pinguine sind doch ein schöner Grund um sich eine Kleinstadt anzusehen. Wenn sie dann noch so viel mehr zu bieten hat, bleibt man doch gerne etwas länger. Wirklich ein charmantes Städtchen.
    Alles Liebe
    Annette

  4. Huhu,

    In Neuseeland war ich noch nie! Aber es reizt mich enorm, denn die Landschaft ist einfach der Wahnsinn. Nicht umsonst wird es gerne für Filme als Kulisse verwendet 🙂 Deine Bilder sind ein Traum!

    LG
    Steffi

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