Neuseeland, Südinsel

Irgendwo in Otago Neuseeland – ein Tag am schönsten Ende der Welt

Renate Kraft

Renate Kraft

Vielleicht fragst Du Dich, was ich eigentlich den ganzen Tag so mache hier in Neuseeland? Drei Monate lang und nur auf der Südinsel? Wenn andere Leute beide Inseln in drei Wochen „schaffen“? Und war ich nicht voriges Jahr auch schon mal drei Monate da? Ist das nicht langweilig? Nein, ist es nicht. Ein Tag ist schöner als der andere. Ich erzähle Dir einfach mal, was ich gestern zum Beispiel von früh bis spät in Otago Neuseeland gemacht habe. So oder so ähnlich verbringe ich hier meine Zeit.

Aufgestanden bin ich wie immer mit den Hähnen, die mich morgens wecken. Als Frühaufsteher freue ich mich über das frühe Hellwerden. Schon um halb sechs saß ich gestern vor meiner Hütte, habe heißen Kaffee geschlürft und erst mal in Ruhe Tagebuch geschrieben. Als Morgenmensch kann ich früh am besten arbeiten. Also habe ich mich an den Rechner gesetzt, einen Blogbeitrag geschrieben, Mails beantwortet und Bilder bearbeitet. Dann musste ich zusammenpacken, denn gestern war Abfahrt aus Fairlie, etwa 40 Kilometer vom Lake Tekapo entfernt.

Strandspaziergang in der Caroline Bay

Die erste Etappe führte mich immer geradeaus Richtung Ostküste. Nach ungefähr 60 Kilometern kam ich im Hafenstädtchen Timaru an. Dort machte ich eine lange Pause in der Caroline Bay. Ein toller Sandstrand in einer schönen Bucht mit Park. Ideal für einen richtig schönen Strandspaziergang. Zum Baden war es eine ganze Ecke zu kalt. Je weiter ich jetzt Richtung Süden fahre, desto kälter wird es, jedenfalls morgens, abends und nachts. Ansonsten kann ich im T-Shirt rumlaufen.

Im Nirgendwo in Otago Neuseeland

Heute habe ich, von Canterbury kommend, die Grenze nach Otago Neuseeland überfahren. Mein Weg führte mich ein Stück an der Küste entlang Richtung Süden. Ich bog ein paar Mal vom Highway ab und fand mich in der einen oder anderen einsamen, aber schönen Stelle wieder. Wie so häufig mal wieder nur Schafe um mich rum.

Bei den Wallabies

Es war noch nicht einmal Mittag. Deshalb beschloss ich kurzfristig, einen Abstecher nach Waimate zu machen. Das ist ein Städtchen etwas im Landesinneren. Ich hatte gelesen, dass dort irgendwann australische Wallabies ausgesetzt worden sind, die vereinzelt noch wild in der Gegend leben. Ich habe nicht damit gerechnet, einem zu begegnen. Mir stand der Sinn nach einem leckeren Pie und einem starken Kaffee. Und dann sah ich plötzlich das Schild zu einem Wallabie-Park. Dazu muss man wissen, dass Wallabies hier „Pest“ sind. Sie gehören nicht hierher und fressen seltene einheimische Pflanzen. Deshalb werden sie gejagt. Aber im Park können sie ja keinen Schaden anrichten. So was von extrem süß! Die fressen einem aus der Hand. Es war für mich das überraschende Highlight dieses Tages.

Großes Bett, wenig Wasser – der Waitaki River

Bald kam ich dann meinem Etappenziel, der Mündung des Waitaki-River, immer näher. Der Fluss hat ein gigantisches Bett und wenig Wasser. Im Frühjahr kommen die Wassermassen aus den Bergen hier runter, aber jetzt ist das Bett ziemlich leer. Zum Teil sprengen die Farmer sogar die Wiesen im Flussbett, damit Schafe und Rinder saftiges Gras finden.

Skurriles am Kitsch-Schloss

Zwischendurch legte ich noch einen kleinen Zwischenstopp ein an einem ganz schön kitschigen Schloss mit großem Garten und ein paar Läden drumherum. Hier staunte ich mal wieder über die Blumen, die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe. Das mag zum Teil aber auch an mir liegen. Blumen sind nicht so mein Spezialgebiet.:-) Aber auch über ein paar Schädel auf einer Bank habe ich mich gewundert? Vielleicht einfach nicht weiter drüber nachdenken…

Und dann zum Strand in Otago Neuseeland

Nachdem ich meine neue Hütte auf dem neuen Campingplatz bezogen hatte, machte ich noch einen kleinen Spaziergang zum Meer, das nur einen schnurgeraden Weg entlang einige hundert Meter entfernt liegt. Ich begegnete einer süßen Entenfamilie und trank dann unten am Strand ein Bierchen. Später kochte ich mir was Leckeres, setzte mich vor meine kleine Hütte, trank noch ein Bierchen und las was Schönes. Es war ja immer noch hell. Ich liebe lange Tage wie diesen in Otago Neuseeland. Nur ein langer Tag von vielen. Und ich freue mich sehr auf die nächsten.

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