Neuseeland, Südinsel

Founders Park Nelson – Locals treffen beim Marchfest oder im Freichlichtmuseum

Renate Kraft

Renate Kraft

Während ich wie wir alle zu Hause am Schreibtisch sitze, schaue ich zurück auf drei Monate Neuseeland. Zwei Wochen bin ich jetzt schon wieder in Deutschland. Zwei ziemlich ereignislose, bedrückende Wochen. Besonders gerne erinnere ich mich an die Ereignisse während meiner Reise, bei denen ich nette Menschen getroffen habe. Eben weil ich im Moment kaum nette Menschen treffen kann. Ein solches Ereignis war der Besuch auf dem Nelson Market, über den ich schon geschrieben habe. Andere waren zwei Besuche im Founders Park Nelson.

Heritage Parks in Neuseeland

Der Founders Park Nelson ist einer von vielen tollen Orten in Neuseeland, die sich mit der Geschichte des Landes beschäftigen. An solchen Orten wird die Geschichte der ersten Siedler lebendig. Hier kannst Du eintauchen in die Vergangenheit. Mit sehr viel Liebe zum Detail sind ganze Dörfer originalgetreu aufgebaut. Es gibt Attraktionen wie Rundfahrten mit alten Zügen oder Handwerker-Shows. Ich mag solche Orte, weil sie mir ein ziemlich lebensechtes Bild davon vermitteln, wie das Leben so ablief im 19. Jahrhundert. Ich lese gern Romane, die in diesen Zeiten spielen. Aber ein Besuch in solchen Parks ist eben doch noch mal ein Stück plastischer. Ich werde in der nächsten Zeit ab und zu über diese Orte berichten.

Der Founders Park Nelson

Den Anfang macht der Founders Park Nelson. Er ist ein besonderer Park, weil er nicht nur für den Besuch von Touristen aus dem In- und Ausland konzipiert ist. Hier treffen sich auch die Einwohner von Nelson. Zum Beispiel im sehr schönen Pub mit großem Biergarten oder im Café. Die Locals müssen natürlich nicht wie unsereiner 10 Dollar Eintritt zahlen. Und deshalb nutzen Sie den Park auch gerne für einen kleinen Ausflug an den Stadtrand. Entsprechend kommst Du hier gut und entspannt mit den Leuten ins Gespräch. Schon deshalb hat mir dieser Park ganz besonders gut gefallen.

Nicht mit der Geschichte Neuseelands, sondern speziell mit der Geschichte von Nelson beschäftigt sich der Park. Hier wurden Original-Gebäude aus Nelson wieder aufgebaut oder alte Gebäude als Repliken nachempfunden. Das Ganze ist ein wirklich sehenswertes Freilichtmuseum. Und die Gebäude sehen nicht nur von außen aus wie früher. Auch die Innenausstattung ist sehr detailreich wieder hergestellt. Am tollsten fand ich ganz persönlich die zum Pub gehörende kleine Brauerei. Aber das mag daran liegen, dass ich begeisterter Biertrinker bin.

Noch original aus alten Zeiten ist zum Beispiel die hübsche alte Kirche, in der man auch heiraten kann. In der örtlichen Bakery siehst Du nicht nur, wie zum Beispiel ein Backofen und die Inneneinrichtung aussah. Hier gibt’s auch wirklich frische Backwaren zum Kaffee. Es gibt einige interessante Läden und Werkstätten. Ich fand besonders die Ecke des Parks interessant, in der Du per Video oder beim Bummel durch ein kleines Museum viel über die Geschichte des Hafens von Nelson erfährst. Jeden Freitag gibt es übrigens einen kleinen Markt im Park. Und sonntags werden Rundfahrten auf einer alten Bahntrasse angeboten.

Das große Marchfest im Founders Park

Als ich in Nelson war, fand im Founders Park das große Marchfest statt. Manche sagen, das sei die neuseeländische Variante des deutschen Oktoberfestes. Nun, ja und nein. Ja, wenn es darum geht, dass Musik und Bier wichtige Rollen spielen. Aber genauer betrachtet ist es eben doch ganz anders.

Zum Beispiel die Musik. Nix mit bayrischem Blaskapellengedudel. Stattdessen gibt’s zum Teil feinsten neuseeländischen Rock oder Folk auf die Ohren. Es ist ein wirklich schönes Open Air Festival. Klar, Bier wird getrunken, aber es ist kein hirnloses Besäufnis wie in so manchem Bierzelt hierzulande. Es gibt Bierproben, denn das Marchfest steht ganz im Zeichen der vielen unterschiedlichen kleinen Brauereien dieser Gegend, in der der Hopfen zu Hause ist. Es gibt sogar ein Zelt, in dem Du Dir zeigen lassen kannst, wie Du Bier zu Hause braust. Dazu findest Du beim Marchfest die köstlichsten Speisen aus aller Welt. Obwohl: Haxen und Brezeln sind mir nicht begegnet. Das Marchfest ist ein Oktoberfest mit ähnlichen Zutaten aber komplett anderer Zubereitung, kann man vielleicht sagen. Ein paar wenige Kiwis laufen verkleidet rum, einzelne sogar in Lederhosen. Aber alles im Rahmen. Wenn ich um diese Jahreszeit wieder nach Nelson komme, steht das Marchfest sicher ganz oben auf meiner Liste. Ich hatte einen wunderschönen Tag im Founders Park. 50 Dollar hat der Eintritt gekostet. Nicht ganz billig, aber Du bekommst am Eingang ein schönes Bierglas zum ausführlichen Testen und ein wirkliches gutes Musikprogramm in entspannter Atmosphäre. Und wenn Du den Founders Park nicht kennst: An dem Tag kostet er natürlich keinen Eintritt, und alles ist offen. Warum also nicht 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen?

Das Marchfest war kurz vor meinem abenteuerlichen Rückflug. Und damit war es für unabsehbare Zeit auch das letzte Event mit vielen Menschen, an dem ich teilgenommen habe. Es war total schön, und ich denke in diesen Zeiten ganz besonders häufig an die schöne Festival-Atmosphäre um Founders Park in Nelson.

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8 Comments

  1. Auch wenn ich noch nie von diesem Festival oder besser gesagt dem Founders Park in Nelson gehört habe, es klingt interessant.
    Dort lassen sich bestimmt viele kreative Leute treffen, tolle Gespräche führen und so manch andere Meinung hören.
    Zumindest, so schätze ich es ein. Denn für mich war Neuseeland genau so. Offen, herzlich, kreativ.

    Liebe Grüße, Katja aus dem WellSpa-Portal.de

    1. Ja, ich hab sehr nette Leute getroffen da. Der Park ist vor allem bei den Leuten von Nelson bekannt. Weil er etwas abseits liegt, fahren Viele dran vorbei. Für mich gehört er zu den Lieblingsorten dort…

  2. Huhu,
    Davon habe ich persönlich noch nie etwas gehört, aber ich denke das man da einige interessante Personen treffen kann und es nicht langweilig wird. 🙂

    LG
    Steffi

  3. Das klingt ja nach einem tollen Event! Leider ist ja sowas erstmal nicht mehr drin, ich vermisse das schon sehr, auch wenn ich gerne für mich bin, brauche ich ab und zu sowas! Toller Beitrag, der mal vergessen lässt, dass wir uns im Moment abschotten sollen.

    Lieben Gruß, Bea.

    1. Deshalb denke ich momentan besonders an sowas zurück. Ich bin kein Freund von Massenveranstaltungen, aber das hier jetzt lässt mich schon oft andere Leute vermissen…

  4. Das hört sich ja nach einem tollen Event/Festival an. Ich hoffe so sehr, dass dieses Jahr noch das ein oder andere Fest stattfindet. Glaube aber irgendwie inzwischen nicht mehr dran.
    Herzliche Grüße an Dich
    Sandra

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