England

Seebäder in England – ich liebe sie einfach!

Renate Kraft

Renate Kraft

Seebäder in England sind einfach wunderbar. Hier kann ich mich am Meer herrlich entspannen und zugleich häufig viele kleine Skurrilitäten bewundern. Die Engländer sind so herrlich individuell und schrullig. Ich könnte stundenlang zuschauen. Und am Meer macht das natürlich doppelt so viel Spaß als sonst irgendwo.

 Burnham-on-Sea
Burnham-on-Sea

Als ich von Cornwall meine Rückreise antreten musste, fuhr ich nach Bristol, denn von dort ging mein Rückflug. Ich wollte an meinem letzten Tag in England noch einen schönen Ausflug machen. Auf Stadt hatte ich aber keine Lust. Also beschloss ich, den Tag an der Küste von Somerset zu verbringen. Das ist nicht wirklich eine Touristengegend. Vor allem Engländer aus der Region lieben aber die Sommerfrische am Meer und verbringen viele Wochenenden dort. Ich war an einem Samstag dort. Entsprechend landete ich mitten im prallen Leben.

 früh am Morgen ist es noch ruhig

Zuerst fuhr ich früh am Morgen in das kleine Seebad Burnham-on-Sea. Hier herrschte noch Ruhe und ich hatte die hübsche Promenade direkt am Strand fast für mich allein. Nur mitten im Zentrum war schon ein bisschen was los. Nachdem ich vor einem Strandcafé eine Tasse Tee getrunken hatte, setzte ich mich auf eine Bank in die Sonne und genoss das langsam erwachende Leben rund um die kleine Pier.

Seebäder in England: früh am Morgen ist es noch ruhig

Die Piers in Englands Seebädern gehören einfach dazu. Früher ging es hier mondän zu. Das war zu Zeiten, als große Passagierschiffe anlegten und reiche Briten ein- und ausstiegen. Heutzutage sind viele Piers zu Rummelplätzen mutiert. Aber auch das hat seinen ganz eigenen sehr skurrilen Reiz. Man muss es mögen. Ich jedenfalls halte mich gerne hier auf.

Seebäder in England: die Grand Pier in Weston-super-Mare
Weston-super-Mare

Die große Zeit der Piers

In der viktorianischen Zeit schossen solche Piers quasi wie Pilze aus dem Boden. Sie wurden überall gebaut, wo es keine tiefen Hafenbecken gab, wo die Dampfer anlegen konnten. Damals gab es fast hundert Piers an den Stränden von England und Wales. Nicht immer waren sie so klein und überschaubar wie in Burnham-on-Sea. Im Gegenteil – es gab Exemplare mit einer Länge von sagenhaften zwei Kilometern. Klar, denn der Gezeitenwechsel ist mancherorts wirklich beträchtlich.

Als die Zeit der großen Passagierdampfer vorüber war, fraß bald der Zahn der Zeit an den Piers der Seebäder in England. Sie verrotteten, verfielen oder verbrannten. Aber zum Glück blieben einige gut genug erhalten, um restauriert werden zu können. Es gibt eine National Pier Society, die sich mit viel Engagement darum kümmert und so den Tourismus ankurbelt. Es ist allerdings noch viel zu tun, denn es gibt noch eine ganze Reihe von Ruinen, die darauf warten, mit sehr viel Geld wieder hergerichtet zu werden.

Seebäder in England: Weston-super-Mare

An der Grand Pier

Nicht so in Weston-super-Mare, meiner zweiten Station an diesem herrlichen Tag am Meer. In diesem großen Seebad gibt es die 1904 eröffnete Grand Pier, die von Anfang an eine große Kirmes war und bis heute ist. Im Jahr 2008 wurde sie durch ein Großfeuer komplett zerstört, aber schon zwei Jahre später nach einem aufwendigen Wiederaufbau neu eröffnet. Sie ist heute der Anziehungspunkt schlechthin in Weston-super-Mare. Die Leute aus Bristol und Umgebung lieben diesen Rummelplatz über dem Meer und strömen das ganze Jahr über in Scharen hierher.

Ich liebe diese Seebäder in England. Sie sind meist natürlich bei weitem nicht so landschaftlich schön gelegen wie die tollen Küstenorte in Cornwall. Aber sie haben einen ganz eigenen Reiz und strahlen eine Atmosphäre aus, die so herrlich britisch ist. So britisch, wie eine Deutsche sich das eben vorstellt.:-) Ich werde ganz bestimmt auch bei meinem nächsten Besuch in Großbritannien solche Orte wieder ansteuern. Für mich sind die Seebäder in England einfach ein Genuss.

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18 Comments

  1. Ich war bisher nur in London und noch nie in einem Ort mit einem Pier. Ich hoffe ja, dass das Brexit-Theater bald mal vorbei ist und man dann auch langfristig planen kann. Vielleicht schaffe ich es dann auch mal zu einem Pier. Die sehen jedenfalls echt interessant aus. Es muss schon ein Erlebnis sein, da mal drüber zu laufen.

    1. Der Brexit wird mich jedenfalls nicht davon abhalten, bald wieder mal nach England zu fahren. Es ist schon echt ein tolles Land. Nichts gegen London, aber das ist nicht wirklich England. So ähnlich wie Paris nicht wirklich Frankreich ist. Jedenfalls für mich… Ich wünsch Dir ganz viel Spaß, wenn Du wieder mal nach England kommst.

  2. Cool! Ich letztes Jahr erst in Weston-Super-Mare. Eine Freundin von mir wohnt dort. Ich habe auch ein bisschen Kleingeld in den Attraktionen auf dem Pier gelassen. War ein cooler Trip dorthin.

  3. Gerade kam meine Redakteurin aus Tenby an der Pembrokeshire Coast Zurück und hat mich mit ihren tollen Fotos verrückt gemacht. Und jetzt das hier! Ja ich denke – ein Besuch auf der Grünen Insel ist mal wieder fällig. Tolle Pics, gerne gelesen. Viele liebe Grüße!

    1. Auf jeden Fall! Und ich wünsch Dir eine gute Reise! Ganz gleich, wohin in Großbritannien – es wird sich immer lohnen, denke ich. Liebe Grüße zurück.

  4. Haha, einfach klasse. Ich dachte immer ich wäre die einzige, die Engländer irgendwie besonders findet 😅 Klingt sehr interessant! Ich war mal einen tag am Pier in Brighton, war auch echt klasse!

  5. Wie cool – du bringst da nochmal einen ganz neuen Aspekt rein. Seebäder hätte ich in England irgendwie gar nicht so vermutet, zumindest nicht als Attraktion. Die Bilder sehen aber auf jeden Fall ganz entspannt aus und ich kann mir gut vorstellen, dass man hier eine gute Zeit haben kann – auch wenn es landschaftlich nicht so beeindruckend für dich war wie Cornwall.

    1. Ja, die Atmosphäre dort ist einfach ganz locker und so richtig zum Wohlfühlen. Früher waren englische Seebäder möglicherweise manchmal ein bisschen versnobt, aber davon ist nichts übriggeblieben zum Glück…

  6. Das ist ja mal ein besonderer Bericht! Ich war bisher in England in Wales am Pier, das war im Sommer und war sehr schön, ich dachte ja immer, eher trist, aber falsch gedacht. Es ist wunderschön! Deine Bilder laden aber auch zum englischen Traum ein. Ganz ganz toll!

    Lieben Gruß, Bea.

    1. Ich hatte natürlich auch echt Glück mit dem Wetter. Am Tag davor hat es den ganzen Tag geregnet. Dann kann es natürlich schon auch trist sein…
      LG Renate

  7. Ich war bisher nur in Brighton und danach bei den berühmten Kreidefelsen in der Nähe! Aber die Gegend hatte mir gut gefallen! Da gibt es bestimmt noch viele schöne Seebäder zu entdecken!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Ja, das ist das Schöne, dass es nicht nur Brighton gibt. Ich werde auch wieder auf Entdeckungsreise gehen, wenn ich das nächste Mal in England bin.

  8. Ich war in England erst einmal am Meer und ich muss sagen, dass mir das auch sehr positiv in Erinnerung geblieben ist. Wenn ich deine Bilder so anschaue und deine Eindrücke lese, bekomme ich gleich Lust wieder einen Trip dorthin zu buchen!

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com

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