Deutschland, Köln

Flughafen Köln Butzweilerhof – Kraniche am Stadtrand

Renate Kraft

Renate Kraft

Ganz zufällig habe ich neulich den Flughafen Köln Butzweilerhof entdeckt und fand diesen Ort am Stadtrand von Köln spannend genug, um einen kleinen Beitrag darüber zu schreiben. Als gebürtige Düsseldorferin habe ich eigentlich das Köln-Hasser-Gen in die Wiege gelegt bekommen. Ich habe immer irgendwo in der Nähe gelebt und tue das immer noch. Egal ob ich nun in Bonn oder in Ratingen gewohnt habe – meistens habe ich Köln weiträumig umfahren. Aber es ist eben doch eine ganze Menge los in Köln, sodass ich trotz allem mehr oder weniger häufig dort bin. Und ich gebe es gerne zu: Die Kölner sind nett, das Kölsch kann man trinken und es gibt wirklich viel zu entdecken.

Neulich war ich in Köln, um mir eine Fotoausstellung anzuschauen und hatte danach noch Zeit. Wie so oft gab’s wegen einer Baustelle Probleme mit der U-Bahn. Komplett aus Versehen bin ich dann in eine falsche Bahn eingestiegen. Die fuhr zum Butzweilerhof im Nordosten der Stadt. Ich wollte in die andere Richtung. Als ich’s merkte, war ich schon ein paar Haltestellen gefahren. Ich hatte Zeit an diesem Tag. Also blieb ich einfach mal sitzen und war gespannt, wohin die Linie 5 mich bringen würde. Ich mag schließlich Überraschungen.

Zuerst mal brachte mich die Bahn vor die Haustür von Ikea. Nach einem Rundgang durchs verrückte Möbelhaus erkundete ich die Gegend und fand Kölns alten Flughafen am Butzweilerhof in Köln Ossendorf. Das alte Empfangsgebäude mit den Lufthansa-Kranichen am Eingang ist wirklich sehenswert. Also lief ich ein bisschen rum und fing an, mich für das Thema zu interessieren.

Zur Geschichte

Im Jahr 1911 entstand der Flughafen Köln Butzweilerhof als erster ziviler Flughafen der Stadt. Der Flugpionier Jean Hugot stellte dort in einer Scheune seine Flugmaschinen ab, mit denen er zu dieser Zeit sage und schreibe 60 Meter weit fliegen konnte. Wenig später verpachtete die Stadt das Gelände an die Militärverwaltung, und ein richtiges Rollfeld entstand. Mehr als 100.000 Besucher kamen im Jahr 1912 zu einem Flugtag dorthin. Das Fliegen übte eine riesige Faszination auf die Menschen aus.

In den nächsten Jahren wurde der Flughafen militärisch genutzt, aber ab 1926 war er dann auch für die zivile Luftfahrt freigegeben. Von da an hielten die Kraniche in Köln Einzug und die Lufthansa nutzte den Flughafen Köln Butzweilerhof für die Strecke Berlin-Köln-Paris. 1936 wurde das Hauptgebäude eröffnet, das auch heute noch dort zu bewundern ist und unter Denkmalschutz steht. Die Nutzung war und blieb allerdings hauptsächlich militärisch. 1957 war es dann vorbei mit dem Zivilflughafen, denn der Flughafen in Köln-Wahn wurde eröffnet. 1980 schließlich schloss der Flughafen Köln Butzweilerhof für immer seine Pforten. Im selben Jahr feierte Papst Johannes Paul II dort eine Messe vor Hunderttausenden von Menschen.

Flughafen Köln Butzweilerhof

Und heute?

Inzwischen ist rund um den Flughafen ein großes Gewerbegebiet (unter anderem mit Ikea) und ein modernes Wohngebiet entstanden. Das Gelände des historischen Flughafens gehört heute zur großen Eventlocation Motorworld Köln. Bis zu 4000 Gäste können die eindrucksvollen Veranstaltungsträume aufnehmen. Neben dem Hauptgebäude wird hierfür auch ein großer Hangar mit VIP- und Backstagebereich genutzt. Zu Hause ist hier auch die offizielle Sammlung an Original-Memorabilia von Formel-1-Legende Michael Schumacher sowie viele Oldtimer und andere Autos, die das Herz von Motorsportfreunden bestimmt höher schlagen lassen.

Da Motorsport nicht ganz so mein Ding ist, war ich vor allem fasziniert von den tollen alten Gebäuden. Ich habe mich ein bisschen geärgert, dass ich bei meinem „Überraschungsbesuch“ auf dem alten Flughafen keine Kamera dabei hatte. Aber die beste Kamera ist eben immer die, die man dabei hat. Und dann ist es eben manchmal ein Telefon. Auch gut. Obwohl Köln eigentlich nicht zu meinen Lieblingszielen gehört, habe ich vor einiger Zeit aber auch schon mal mit einer „richtigen“ Kamera auf Kölns Straßen fotografiert.

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